Suizidalität – ein Thema, über das man noch weniger offen spricht als über Depression. Dabei nimmt sich allein in Deutschland alle 53 Minuten ein Mensch das Leben; alle 4 Minuten versucht es jemand. Das sind mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen, Aids und Gewalttaten zusammen. Bei jungen Menschen bis 25 Jahre ist Suizid die zweithäufigste Todesursache.
Insgesamt nehmen sich hierzulande jährlich etwa 10.000 Menschen das Leben. Ich kenne einige von ihnen. Spontan fallen mir fünf Menschen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis ein, deren Suizidversuch tödlich ausging, und es sind noch mehr, die mit ihrem Leben davon gekommen sind.
Im Studium hat sich eine gute Freundin entschieden, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie war gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden, weil es ihr – so die Aussage der Ärzte – deutlich besser ging. Rückblickend betrachtet war das die sogenannte „Ruhe vor dem Sturm“: Ein paar Tage später nahm sie sich das Leben. Sie sah keinen anderen Ausweg. Zurück blieben wir, ihre Freunde. Ihre Entscheidung hat mein Leben geprägt.
Suizid ist ein großes Thema. Eines, über das gesprochen werden sollte. „Freunde fürs Leben e. V.“ setzt sich aktiv für Suizidprävention ein. Auf ihrer Homepage frnd.de sowie über ihren YouTube-Kanal informieren sie zum Thema, interviewen Betroffene, geben Rat. Seht euch gerne auf ihren Seiten um – es lohnt sich!

Kennt ihr ihn schon, den schwarzen Hund? Falls nicht, dann lernt ihn in diesem Video kennen: https://www.youtube.com/watch?v=1UiA32Qv4yE
Depression ist nicht gleich Depression: Es gibt leichte, mittelgradige und schwere Formen. Manche Menschen erleben eine depressive Episode einmalig, andere mehrmals im Leben. Es gibt die Depression in Reinform oder aber gemischt mit anderen Symptomen wie beispielsweise körperlichen Beschwerden, Ängsten, Essstörungen.
Auch ganz wichtig: Nicht jeder, der eine depressive Episode durchlebt, ist ruhig und in sich gekehrt. Es gibt auch die sogenannte agitierte Depression, bei der die Betroffenen innerlich rastlos und wie getrieben sind, die Aktionen aber letztlich ins Leere laufen. Viele Depressive wenden ein hohes Maß an Energie auf, um die Maske oben zu halten. Dabei ist ihre Kraft sowieso schon begrenzt.
Werden nur die Schwachen depressiv? Das kann nicht sein, denn dann würde das Burnout ja auch die Schwachen treffen und nicht die Energiebündel. Fakt ist, dass jeder Mensch einen ganz individuellen Vulnerabilitätsgrad hat, der sich aus verschiedenen Bausteinen (genetischer Faktoren, soziale Einbindung, Schutzmechanismen, Stress etc.) zusammensetzt. Gefeilt ist niemand. Die gute Nachricht ist die: Depression ist heutzutage gut behandelbar. Es gibt sehr wirksame Medikamente, vor allem aber auch gute therapeutische Hilfsmöglichkeiten. Wenn du mehr über das Thema wissen möchtest, dann schreib mir einfach eine E-Mail an kontakt@vorwaertsleben.de

Mach den Test:
Hier geht es zu einem kurzen Selbsttest, der als erste Einschätzung dienen kann: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/stiftung/depression-test-selbsttest.php

Wir Menschen leben nicht losgelöst von unserem Umfeld, sondern sind immer Teil eines größeren Ganzen: einer Clique, Familie, Firma oder aber Paar-Beziehung. Im Juli 2014 hat Radio Sonnengrau, Deutschlands einzige Radiosendung rund um die Themen psychische Erkrankungen, Seele und Mensch, das Thema „Depression in einer Partnerschaft“ aufgegriffen. Dazu haben sie betroffene Paare interviewt, geben Input, machen Mut.

Falls ihr selbst von diesem Thema betroffen seid oder aber Paare kennt, auf die das zutrifft, dann hört euch die Sendung an bzw. leitet den Link weiter:

PS: Auf YouTube habt ihr die Möglichkeit, alle bisher ausgestrahlten Sendungen nachzuhören. Ansonsten einfach per Livestream (www.radiosonnengrau.de) jeden ersten Mittwoch im Monat von 19-21 Uhr zuhören – es lohnt sich!

Ihr habt am 20./21. März noch nichts vor? Ihr wollt euch selbst etwas Gutes tun? Und dem nachspüren, wer oder was euch im Alltag gut tut? Dann noch mal die HERZliche Einladung zu meinem VHS-Kurs in Reinfeld:

http://www.vhs-sh.net/index.php?page=programm&vhs=reinfeld&kurs=AO%201.07.M112

Es wäre klasse, euch dort zu sehen!! 🙂

Depression – leider auch im Jahre 2015 noch bei vielen ein Tabuthema. Zumindest, wenn es einen selbst betrifft. Da spricht man doch eher vom Burnout. Denn das klingt so, als hätte man es sich schwer erarbeitet; fast schon wie eine Auszeichnung. Wobei man wissen muss: Burnout ist keine anerkannte Krankheit; die damit fast immer einhergehenden depressiven Episoden sowie Ängste jedoch sehr wohl.
Depression – ein Thema, das viele betrifft. Aktuell sind etwa 3 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Grund genug, darüber zu sprechen. Besonders wenn man bedenkt, dass Deutschland gerade mal eine Einwohnerzahl von gut 80 Millionen vorzuweisen hat. Daher ist es mehr als wahrscheinlich, dass sich auch in deinem Umfeld Menschen befinden, die an Depression erkrankt sind. Und die wiederum können Menschen an ihrer Seite brauchen, die hinsehen, nachfragen, unterstützen. Menschen wie dich!
Für die aktuelle Ausgabe des Krabauters (www.krabauter-magazin.de) habe ich einen Artikel zum Thema Depression geschrieben. Mein herzlicher Dank gilt Herausgeberin Bettina Schaefer für die Erlaubnis, ihn hier mit euch zu teilen!

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