Gäste kommen zu Besuch. Die Vorfreude ist groß – wenn da nur die leidige Putzerei nicht wäre! Freunde gaben mir vor vielen Jahren einen Rat mit auf den Weg, den ich bis heute beherzige: Putzen ja, aber nur so viel, dass dadurch die Freude auf den Besuch nicht flöten geht! Das finde ich einen tollen, entlastenden Ansatz! Denn auch wenn der Perfektionist in mir – und womöglich auch in dir – meist andere Thesen vertritt: Nichts macht ein Heim schöner und gemütlicher als Bewohner, die sich von Herzen freuen, dass man zu Besuch kommt (und nicht völlig fertig und ausgepowert in der Ecke hängen, weil sie bis zur letzten Sekunde die Böden gewienert haben)! Weniger ist in diesem Fall mehr!

Frühling hat viel mit Lebendigkeit zu tun. Da wäre es doch passend, mal wieder ein paar liebe Freunde einzuladen: Jeder bringt eine Kleinigkeit zu essen mit und ihr habt eine gute, belebende Zeit zusammen. Vielleicht ja sogar bei einem Picknick im Park, Garten oder alternativ auf dem Wohnzimmerboden – selbstverständlich stilecht mit Picknickdecke und allem, was dazu gehört!

Gönne dir ein paar farbenfrohe Blumen: für deine vier Wände, den Balkon oder Garten. Du kannst sie kaufen, dir schenken lassen oder sie ganz einfach selbst pflücken. Am Wegesrand stehen so viele wunderschöne kleine Blümchen, dir nur darauf warten, von dir entdeckt und zu einem süßen kleinen Sträußchen arrangiert zu werden!

Gönne deiner Wohnung diese Woche ein kleines Lifting: Farbenfrohe Deko, bunte Tischdecken & Co. liefern Frühlingsgefühle frei Haus. Vielen haben die entsprechenden Materialien wahrscheinlich schon und müssen sie nur hervor holen. Für alle anderen: Etwas Farbe in die vier Wände zu bringen, muss nicht viel kosten! Du kannst alte Bilderrahmen mit etwas Acryl- oder Lackfarbe aufpeppen, deine (Nachbars-)Kinder bitten, bunte Bilder zu malen (oder aber selbst zu Pinsel und Papier greifen!), aus alten Stoffen etwas Neues nähen … es gibt viele Ideen. Falls du keine hast, melde ich – ich hab bestimmt eine, die ich dir leihen kann!

Frühjahrsputz – für die einen das größte Unwort aller Zeiten, bei anderen herbeigesehnt. Fakt ist: So ein Großreinemachen ist ein echter Kraftakt, zumindest wenn man mehr als eine Ein-Zimmer-Wohnung hat. Dafür ist das Erfolgserlebnis nach vollendeter Arbeit einfach wunderbar. Und das Beste: Wenn man erst einmal eine gewisse Grundordnung geschaffen bzw. wieder hergestellt hat, lässt sich der Standard danach mit wenig Aufwand halten.
Tipp: Die Wohnung wirkt gleich viel aufgeräumter, wenn Böden und Ablageflächen freigeräumt sind. Das sorgt für einen guten ersten Eindruck und das staubige Bücherregal fällt gleich viel weniger auf!

Frühjahrsputz, das bedeutet auch ausmisten. Für mich ein Wort, das absolut positiv belegt ist – darum miste ich sehr regelmäßig über das ganze Jahr verteilt aus. Denn ganz gleich ob Kleidung, Bücher, Musik oder andere Dinge: Vieles liegt nur rum. Die Folge: Wer nie aussortiert, braucht im Laufe der Jahre immer mehr Platz. Platz für ein neues Bücherregal, Platz für einen größeren Kleiderschrank etc. Ein weiterer Effekt: Man verliert den Überblick über das, was man hat. So durchstöbert manch einer das Bücherregal nach einem guten Buch, wird aber von den Massen erschlagen … im Sinne von den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.
Ich will nicht verschweigen, dass Ausmisten zu Trennungsschmerz führen kann. Aber den kann man minimieren, beispielsweise indem man die aussortierten Dinge verschenkt (an Freunde, Mutter-Kind-Heime, Sozialkaufhäuser, Bücherzellen etc.), sie vertauscht (z. B. über tauschticket.de), sie zu Geld macht (Flohmarkt, eBay etc.). Was einem wirklich lieb und teuer ist, gehört natürlich nicht aussortiert – es geht ja nicht darum, das Zuhause auf Teufel komm raus leer zu kriegen! Übrigens: Viele Dinge kann man auch aufpeppen und so in neuem Glanz erstrahlen lassen! Für Ideen einfach mal in Büchern zum Thema Upcycling stöbern oder aber nach dem entsprechenden Suchbegriff googlen!

Diese Woche geht es um die vier Wände, die du dein Zuhause nennst: dein Zimmer, deine Wohnung oder dein Haus, gemietet oder gekauft. Es geht ums Ausmisten, Einrichten, Wohlfühlen. Diese drei Dinge gehören zusammen: loslassen, einladen, genießen. Und das nicht nur in punkto Haushalt, sondern auch ganz allgemein. Wir sind immer wieder herausgefordert, unnötigen Ballast loszulassen. Das fällt manchmal nicht leicht, ist aber befreiend und verschafft ganz neue Möglichkeiten. Erst danach sind wir in der Lage, ganz neu zu entscheiden, was wir (neu) in unser Leben einladen wollen: Menschen, Verhaltensweisen, Rituale, Strukturen, Besitz. Loslassen und einladen. Und dann genießen in dem Wissen, sein Leben aktiv zu gestalten. Einfach schön!
Wie immer gilt: Lesen ist gut, umsetzen aber noch viel besser! In diesem Sinne: Dir einen tollen Frühjahrsputz!