Unser Held kehrt von seiner Reise nach Hause zurück. In Filmen ist dies oft der Punkt, an dem das Heimatdort eine Party schmeißt und er als großer Held gefeiert wird. Vielleicht ist er aufgebrochen, um ein Heilmittel zu besorgen oder etwas ähnlich Bedeutendes, auf das die Gemeinschaft gewartet hat.
In der Realität ist die Heimkehr leider nicht immer mit einer großen Willkommensfeier verbunden, nicht mit Freudentränen, sondern mit irritierten Blicken: Die Person, die ausgezogen ist, um Neues zu entdecken – für sich persönlich oder zum direkten Nutzen für alle –, hat sich verändert. Sie hat Dinge erlebt, die die Zurückgebliebenen nicht erlebt haben. Er hat über den sprichwörtlichen Tellerrand geguckt, möglicherweise einschneidende Erfahrungen gemacht. Dinge, die die Gemeinschaft nicht zwingend auf Anhieb verstehen und nachvollziehen kann. Da diese Dinge so frisch sind, ist der zurückgekehrte Held vielleicht auch noch gar nicht in der Lage, von den Ereignissen angemessen zu berichten. Diese Veränderung kann Angst machen: „Ist das noch die Person, die wir kannten?“ Die Antwort auf diese Frage lautet ja – und nein.
Jeder von uns macht Erfahrungen, die uns prägen. Manche sind gewollt, manche nicht. Richtig ins Leben integriert, sorgen sie für persönliches Wachstum, für Reife. Bei der Heldenreise verhält es sich ganz ähnlich. Der entscheidende Punkt ist der, dass wir uns bewusst für neue Erfahrungen entscheiden – für den Aufbruch in neue Welten, mögen sie aufregend groß oder eher klein sein.

Zum Weiterdenken:
Wie hast du Veränderung in deinem Leben wahrgenommen: Als etwas, das dich von anderen trennt, vereint, verwirrt …? Wie geht es dir damit, wenn Freunde Erfahrungen machen, mit denen du nichts anfangen kannst?

Unser Held hat letzte Woche all seinen Mut zusammen genommen und ist in eine ihm unbekannte Welt aufgebrochen. In Neuland. Dort stehen ihm diverse Bewährungsproben bevor, er trifft auf neue Verbündete, aber auch auf Feinde. Schließlich kommt es zum alles entscheidenden Kampf, zur Konfrontation. Unser Held stellt sich seinem ganz persönlichen Feind: einer Person, Situation, einem Gefühl … – und siegt! Er hat seine Mission erfüllt und hält das, was er im Zuge seiner Reise erhalten wollte, in Händen. Welcher Art sein „Schatz“ ist, das ist vom Ziel der Reise abhängig. Er ist aber immer von großem Wert für den Helden.
Nun kann er sich auf den Heimweg machen. Ihm wird bewusst, welcher Gefahr er ins Auge geblickt – und sie überwunden hat. Durch die Reise ist er gewachsen. Er ist nicht mehr derselbe Mensch, der er war, als der Ruf des Abenteuers ihn ereilte.

Neuland. Gefahren. Ein Schatz. Es braucht Mut und treue Weggefährten, um solch ein Wagnis einzugehen. Mutig zu sein jedoch bedeutet nicht, die Angst komplett abgeschüttelt zu haben. Mutig zu sein bedeutet, trotz Angst Schritte zu gehen. Nicht nur einen, sondern immer noch einen. Bis man sein Ziel erreicht hat. Manche machen die Erfahrung, dass die Angst mit jedem Schritt, den man gegangen ist, weniger wird. Andere hingegen erleben Zeiten reduzierter Angst, aber mit einem Mal ist sie wieder da – überraschend präsent und eindrucksvoll.
Das sind die Momente, in denen so manch einer auf dem Absatz kehrt gemacht hat und im Schweinsgalopp zurück nach Hause rennt. Zurück zum Altbekannten. Der Moment, in dem das Sprichwort „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ zum Tragen kommt. Wobei man vielleicht gerade mal zwei Schritte vom Ziel entfernt ist.

Zum Weiterdenken:
Gibt es eine Situation, wo du dir rückblickend wünschst, du hättest nicht aufgegeben? Wo wärst du heute, wenn du weiter gemacht hättest? Was hättest du damals an Unterstützung gebraucht, um weiter zu gehen?

VORWÄRTSLEBEN bietet dir Raum, laut zu denken, Optionen abzuwägen, Schritte zu gehen. Ich begleite dich gerne auf deiner ganz persönlichen Heldenreise. Live in meiner Praxis in Reinfeld (zwischen Lübeck und Hamburg) oder aber in Form eines Online-Coachings. Nähere Infos unter www.vorwärtsleben.de

Da ist er nun, unser zukünftiger Held. Er lebt ein Leben wie du und ich. Alles läuft so wie immer. Alltag eben. Aber dann hört er es: Das Abenteuer ruft!
Dieser Ruf kann ganz unterschiedlich klingen. Mal ist es eine herausfordernde Situation, die nach neuen Wegen ruft; mal ist es Langeweile oder aber eine sich auftuende Möglichkeit, die ergriffen werden will. Egal wie unseren Helden der Ruf ereilt – zu Beginn ist er meist nicht sonderlich begeistert. Er weigert sich, will innerhalb seiner Komfortzone bleiben, nichts verändern. Was ja auch zu einem gewissen Grad verständlich ist. Schließlich gibt es keine Garantie, dass die Unternehmung gelingt. Er muss die Sicherheit des Altvertrauten verlassen. Das braucht Mut – und Ermutigung, beispielsweise durch weise Ratgeber, Mentoren, Vertraute, die bereits selbst ihre ganz persönliche(n) Heldenreise(n) unternommen haben. Bekommt unser Held diese Unterstützung, kann er den ersten Schritt ins Abenteuer gehen: Er überwindet sein Zögern, überschreitet die Schwelle – und betritt eine ihm bis dato unbekannte Welt.

Auch wenn ich mich selbst eher ungern als Heldin bezeichne – das klingt in meinen Ohren noch immer etwas abgehoben –, so kenne ich diese Phase der Heldenreise sehr gut. Die Unzufriedenheit mit dem, was ist. Gleichzeitig aber auch die Angst vor dem, was alles passieren könnte, wenn ich dem Ruf des Abenteuers folge. Meinem Herzen folge. Ich habe gezögert – oft! Habe hin und her überlegt, wurde von Mitmenschen entmutigt. Aber zum Glück hatte ich auch diese weisen Vertrauten an meiner Seite, die die Risiken nicht unter den Tisch kehrten, mir aber dennoch Mut machten. Und so konnte ich schon so manches Mal diesen wichtigen ersten Schritt tun. Rein ins Abenteuer, ins Unbekannte, in eine neue Welt. Ob es mit diesem ersten Schritt getan ist und was einen in der neuen Welt alles erwartet, dazu schreibe ich nächste Woche mehr.

Zum Weiterdenken:
Hast du den Ruf des Abenteuers schon mal gehört – und bist ihm gefolgt? Was hat dir geholfen bzw. was hat dir gefehlt?

„Sei der Held im Abenteuer deines Lebens“ stand auf der Karte, die ich einem Freund geschenkt habe. Held – das mag erst mal etwas abgehoben klingen. Denn hey, was haben du und ich schon mit Superman & Co. gemeinsam? Die haben ihre Superkräfte – und wir?
Im Rahmen meiner Weiterbildung in Creative Mindfulness (kreative Achtsamkeit) setze ich mich gerade mit dem Konzept der Heldenreise auseinander. Es basiert auf der Analyse von Mythen sowie Gedanken von Carl G. Jung, die später von Joseph Campbell in seinem Buch „The hero has a thousend faces“ zusammengefasst wurden.
Das Konzept der Heldenreise findet sich in vielen Filmen und Büchern wieder, ganz gleich ob Zauberer von Oz, in Matrix oder Herr der Ringe. Immer geht es darum, dass jemand aufbricht, um ein Abenteuer zu bestehen. Dazu muss er die ihm vertraute Welt zurücklassen, um in eine neue einzutauchen. Dort begegnet er Herausforderungen, findet seinen „Schatz“ und kehrt anschließend verändert in seine alte Welt zurück.
Spannend ist, dass nicht nur Dorothy, Neo, Frodo & Co. Heldenreisen antreten, sondern auch wir. Große und kleine, angestoßen durch sich auftuende Möglichkeiten, Herausforderungen, neue Situationen. Immer geht es dabei um persönliches Wachstum – und den Mut, Dinge anders zu machen als sonst.

Zum Weiterdenken:
Wann hast du das letzte Mal etwas anders gemacht als normal? Was war der Grund dafür – und wie hat es sich angefühlt?