Draußen gießt es wie aus Kübeln. Ekelwetter. Ich bin froh, dass ich nicht raus muss. Und doch versucht das Wetter draußen auf meine Stimmung abzufärben.
6-7Meine Gegenmaßnahmen: Ich schnappe mir meine Kuscheljacke und stelle Wasser für eine große Kanne heißen Tee auf. Ich schalte das Licht ein – und im Arbeitszimmer zusätzlich noch den Deckenfluter, weil die Deckenlampe es bei grauem Himmel dann doch nicht bringt. (Notiz an mich selbst: Demnächst mal nach einer besseren Ausschau halten!) Ich stelle Musik an, die mir neue Energie schenkt. Kleinigkeiten eigentlich, aber Kleinigkeiten, die einen Unterschied machen. Die aus einer „Was für ein Ekelwetter-Tag-Gefühl“ ein „Was hab ich es hier bei mir gemütlich-Gefühl“ machen. Verantwortung übernehmen für das eigene Wohlergehen. Denn manchmal muss es gar nicht die warme Südsee sein, sondern einfach ein paar kleine Akte der Selbstliebe.

Die Sommerferien gehen dem Ende entgegen, bald hat der „ganz normale“ (Arbeits-)Alltag mich wieder. So schön die Ferien mit etwas weniger Terminen und Deadlines auch war, so sehr freue ich mich jetzt auch wieder auf geregelte Arbeitszeiten etc.
P1180164Bevor die etwas ruhigere Sommerferienzeit vorbei ist, starte ich noch ein kleines Kreativprojekt. Ziel des Projektes: Menschen mitten im Alltag ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und mit etwas Farbe die manchmal etwas eintönige Alltagsroutine zu durchbrechen. Die Idee habe ich von einem Bekannten aus den USA „geklaut“. Die Steine auf dem Bild stehen dabei im Mittelpunkt. Mehr dazu demnächst.

So banal und doch so wichtig: die Art, wie wir uns kleiden. Gerade wenn man vom Homeoffice arbeitet, tendiert man schnell dazu, sich gemütlich zu kleiden. Bequem. Leger. T-Shirt, Wohlfühlhose und das Outfit ist komplett. Sieht ja keiner …
Ich will nichts gegen diese Kleidungskombi sagen. Ich mag sie ja selbst ganz gern. Aber die Art, wie ich mich kleide, hat einen Effekt darauf, wie ich mich fühle. Das bedeutet nicht, dass ich meine Artikel zukünftig im kleinen Schwarzen und mit Stöckelschuhen an den Füßen verfassen werde. Ich habe jedoch angefangen, mehr darauf zu achten, was für ein Gefühl mir Kleidung vermittelt. Wie ich mich in ihr fühle. Was ich gerade brauche. Und so seltsam das klingen mag: Was am einen Tag total stimmig ist, kann sich am Tag drauf schon total unstimmig anfühlen.
Wer dazu gerne mehr erfahren möchte: Die Künstlerin Kelly Rae Roberts hat das „Wear your joy“-Projekt gestartet, in dem sie Menschen auf genau diese Reise einlädt: zu entdecken, wer sie sind und wie sich das in ihrer Kleidung wiederspiegeln darf. Einfach mal googlen. Ich finde den Gedanken jedenfalls klasse!

Gut für sich sorgen – darüber rede ich ziemlich regelmäßig mit meinen Klienten. Warum? Weil es so super wichtig und absolut nicht egoistisch ist, gut für sich zu sorgen. Und zwar nicht nur, wenn man kurz davor ist auszubrennen, sondern täglich. Selbstsorge als „Lebensmittel“, als lebenswichtige Tätigkeit – so sehe ich das. Und so versuche ich es auch zu leben – mal klappt es besser, mal schlechter, aber ich habe es im Blick und bin „dran“ am Thema. Heute in der Intensiv-Variante, nachdem mich jetzt doch noch eine dicke Erkältung erwischt hat … dabei dachte ich, ich wäre ihr entkommen. Nun ja, also Sofa, Wolldecke und warmer Tee. Und Ruhe. Und ihr so?!

Und wieder lautet die Frage: Was machst du eigentlich so bei/als VORWÄRTSLEBEN? Letzte Woche habe ich davon berichtet, dass ich spazieren gehe. Aber das natürlich nicht den ganzen Tag.
 
Was mache ich sonst noch so?
Ich arbeite an mir. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: mich selbst besser kennen lernen (Macken, Fähigkeiten und meine „Themen“, die mich positiv oder negativ in Fahrt bringen), Fachliches dazu lernen etc.
 
P1160897Warum und wann mache ich das?
Ich glaube, dass es wichtig ist, sich selbst immer besser kennen zu lernen – und zwar mit allen Licht- und Schattenseiten. Das gilt für jeden Menschen, aber vielleicht noch mal besonders für Menschen, die wie im Bereich Coaching und Therapie intensiv mit anderen Menschen arbeiten. Denn wenn ich mir meiner Eigenarten bewusst bin, kann ich sie besser steuern – sowohl wie liebenswerten als auch die eher nervigen. 🙂 Und jeder Mensch hat so seine Themen, die ihn auf die Palme bringen, mauern lassen oder aber in einen freudigen und quasi unstoppbaren Redefluss versetzen. Das schließt auch mich mit ein und hört an der Tür zur Praxis leider nicht auf. (Wäre doch schön, so ein Schalter, der sich umlegt, sobald man mit Klienten zu tun hat … leider wohl nur ein Traum.) Aus diesem Grund versuche ich, mich immer besser kennen zu lernen: Damit ich ein immer besseres Gegenüber für die Leute bin, die zu mir kommen. Und klar, fachlich gibt es immer etwas dazu zu lernen. Deshalb lese ich Bücher und besuche Weiterbildungen. Wann ich das mache? Die letzten drei Jahre quasi nonstop (gefühlt), aber auch in Zukunft regelmäßig. Ich wichtig, muss sein, bringt mich weiter und macht Spaß!
Ich bin dankbar. Dankbar, dass mein Laptop – zumindest fürs Erste – wieder funktioniert. Der war gestern früh nämlich spontan abgeraucht. Da merkt man erst mal, was da alles drauf ist … und wie lang man keine Datensicherung mehr gemacht hat. Zum Glück konnte er in einer Nachtaktion wiederbelebt werden. Und so bin ich heute dankbarer als sonst, am Computer sitzen und arbeiten zu können.
Wofür bist du heute dankbar?
„Ich darf sein, wie ich bin.“
 
Mag sein – die Frage ist nur, ob ich so sein will, wie ich bin. Gerade heute früh fand ich mich so gar nicht sympathisch. Hab rumgenörgelt, war wenig reflektiert. Später habe ich mich dann dafür fertig gemacht. Dabei weiß ich doch, dass ich diese zickige, unausgeglichene Seite nicht dadurch weg kriege, dass ich sie bekämpfe. Dass es viel besser wäre, sie erst mal als das zu bejahen, was sie ist – eine Seite. Eine von vielen. Und dann zu gucken, was die nörgelnde, unreflektierte Zicke angelockt hat. Um daraus für die Zukunft zu lernen. Zeitdruck ist so ein Lockmittel. Dann gerade wenn ich unter Stress stehe (oder mir selbst Stress mache – das trifft es wohl eher), werde ich unflexibel. Sehe nicht, dass viele Wege nach Rom führen und dass es für so ziemlich jedes Problem eine Lösung gibt. So werde ich mir gleich noch mal Zeit zum Durchatmen gönnen, mich für mein Genörgel entschuldigen und die Situation als Anlass nehmen, in Zukunft dafür zu sorgen, dass ich möglichst wenig Lockmittel in meiner Nähe dulde. Zum Beispiel indem ich mir genügend Pausen gönne.
 
„Ich darf sein, wie ich bin.“ Was sind deine Gedanken, wenn du diese Aussage liest?

Da ist er nun, unser zukünftiger Held. Er lebt ein Leben wie du und ich. Alles läuft so wie immer. Alltag eben. Aber dann hört er es: Das Abenteuer ruft!
Dieser Ruf kann ganz unterschiedlich klingen. Mal ist es eine herausfordernde Situation, die nach neuen Wegen ruft; mal ist es Langeweile oder aber eine sich auftuende Möglichkeit, die ergriffen werden will. Egal wie unseren Helden der Ruf ereilt – zu Beginn ist er meist nicht sonderlich begeistert. Er weigert sich, will innerhalb seiner Komfortzone bleiben, nichts verändern. Was ja auch zu einem gewissen Grad verständlich ist. Schließlich gibt es keine Garantie, dass die Unternehmung gelingt. Er muss die Sicherheit des Altvertrauten verlassen. Das braucht Mut – und Ermutigung, beispielsweise durch weise Ratgeber, Mentoren, Vertraute, die bereits selbst ihre ganz persönliche(n) Heldenreise(n) unternommen haben. Bekommt unser Held diese Unterstützung, kann er den ersten Schritt ins Abenteuer gehen: Er überwindet sein Zögern, überschreitet die Schwelle – und betritt eine ihm bis dato unbekannte Welt.

Auch wenn ich mich selbst eher ungern als Heldin bezeichne – das klingt in meinen Ohren noch immer etwas abgehoben –, so kenne ich diese Phase der Heldenreise sehr gut. Die Unzufriedenheit mit dem, was ist. Gleichzeitig aber auch die Angst vor dem, was alles passieren könnte, wenn ich dem Ruf des Abenteuers folge. Meinem Herzen folge. Ich habe gezögert – oft! Habe hin und her überlegt, wurde von Mitmenschen entmutigt. Aber zum Glück hatte ich auch diese weisen Vertrauten an meiner Seite, die die Risiken nicht unter den Tisch kehrten, mir aber dennoch Mut machten. Und so konnte ich schon so manches Mal diesen wichtigen ersten Schritt tun. Rein ins Abenteuer, ins Unbekannte, in eine neue Welt. Ob es mit diesem ersten Schritt getan ist und was einen in der neuen Welt alles erwartet, dazu schreibe ich nächste Woche mehr.

Zum Weiterdenken:
Hast du den Ruf des Abenteuers schon mal gehört – und bist ihm gefolgt? Was hat dir geholfen bzw. was hat dir gefehlt?