Wenn du an deine Familie denkst, welche „Rollen“ gibt es da? Ich denke an so etwas wie „die Angepasste“, „den Rebellen“, „den Exoten“, „die Abenteurerin“, „die Perfekte“ etc. Welche Person hat dich durch ihre Art, ihr Leben zu leben, inspiriert, es ihr gleichzutun, also beispielsweise dein Ding zu machen, auch wenn andere es nicht nachvollziehen können, deine Stimme zu erheben gegen Unrecht, Abwasch Abwasch sein zu lassen, weil es Wichtigeres im Leben gibt?

Wenn ich an die Generationen vor mir denke, an meine älteren Verwandten, dann denke ich zu allererst an meine Oma und meinen Opa mütterlicherseits. Sie sind mittlerweile gestorben, früher aber habe ich sie oft besucht. Sie wohnten nicht weit von uns entfernt, hatten einen Bauernhof und es gab immer Dinge zu entdecken. Ich erinnere mich an Übernachtungen bei ihnen, an das dicke Federbett (das ich heute gerne hätte, aber so etwas bekommt man nicht mehr im Laden zu kaufen), an Fahrrad-Touren, Trecker-Fahrten, den Umtrieb der Kühe von einer Weide zur nächsten, an die Gerichte, die meine Oma auf mein Bitten hin für mich kochte, so gut versteckte Geschenke, dass sie manchmal erst nach dem eigentlichen Fest wiedergefunden wurden … Ich bin heute noch dankbar, dass ich so viel Zeit mit ihnen verbringen konnte; dankbar für schöne Erinnerungen. Wen gibt es in deiner Familie in der älteren Generation, der dein Leben beschenkt hat – und wie?

 

Ihr habt euch ein Oberthema für jeden Monat gewünscht – und euer Wunsch ist mir Befehl! 😊 Im April werden wir mit unseren Dankbarkeitsbrillen auf der Nase jeden Samstag einen Blick auf unsere Familie werfen. (Falls für jemanden von euch das Thema Familie ein rotes Tuch ist, fühlt euch bitte frei, den Begriff Familie weiter zu fassen und dabei auch an die Menschen zu denken, die „wie Familie“ für euch sind.) Ich freu mich auf eure Entdeckungen. Samstag geht’s los!

Nicht nur hoffen, sondern aktiv mitgestalten: Entscheidungen treffen und handeln. – Wo bist du diese Woche aktiv gewesen und hast dadurch Dinge bewegen können? Wo wäre es in den nächsten Tagen hilfreich, in diesem Sinne aktiv zu werden? Wir dürfen unser Leben aktiv mitgestalten und müssen es nicht rein passiv über uns ergehen lassen – dieser Gedanke macht mich dankbar!

„Möglicherweise bin ich noch nicht der Mensch, der ich gerne sein möchte. Aber dieser Mensch werde ich nie sein, wenn ich jetzt aufgebe.“ – John Strelecky
Oft gucken wir primär auf das, was noch alles vor uns liegt – in diesem Fall, was noch fehlt bis zum Erreichen unseres „Wunsch-Ichs“. Heute lade ich euch aber ein, einen Blick zurück zu werfen: Was sind Bereiche, wo ihr schon Schritte in die richtige Richtung gegangen seid? Für welche Entwicklungen in eurem Leben seid ihr dankbar?

John Strelecky schreibt in seinem neusten Buch, dass er mindestens zweimal die Woche dankbar ist: immer dann, wenn er seinen Müll an die Straße stellt und jemand anders ihn abholt und ordnungsgemäß entsorgt.
Die Müllabfuhr – so etwas Alltägliches, dass wir es kaum noch wahrnehmen. (Vielleicht geht es ja aber auch nur mir so, weil mein Mann für die Müllentsorgung verantwortlich ist?) Es gibt noch viele andere Dinge, die „einfach so, ganz normal“ passieren. Der Wochenend-Notdienst der Ärzte beispielsweise … funktionierendes Internet, um mit Freunden skypen zu können, die nicht um die Ecke wohnen …
Frage an euch: Für welche Alltäglichkeit seid ihr heute dankbar? Vielleicht hilft die umgekehrte Frage: Was wäre wirklich ärgerlich, schlimm, traurig etc., wenn es nicht mehr so wäre wie es jetzt ist?

„Ich bin dankbar – nicht weil es vorteilhaft ist, sondern weil es Freude macht.“ – Lucius Annaeus Seneca

Hier seid ihr mit euren Erfahrungen gefragt: Inwieweit hat Dankbarkeit euer Leben bereichert? Wo macht sie einen Unterschied? Erzählt davon – hier in der Gruppe, aber natürlich auch super gerne euren Freunden und Bekannten. Denn nichts ist so ansteckend, wie gelebte Dankbarkeit. In diesem Sinne eine ansteckende Woche euch!

„Die Gewohnheit, alle Dinge von der Lichtseite zu betrachten, ist mehr wert als materieller Wohlstand.“ – David Hume

Ich glaube, dass es hierbei nicht um positives Denken geht, sondern vielmehr darum, sich bewusst dafür zu entscheiden, den Blick auf das Gute zu lenken statt auf Defizite. Ist das einfach? Ganz sicher nicht, denn es ist nicht normal. Wir sind darauf getrimmt, immer besser zu werden – und das geht nur, wenn man seine Schwachstellen kennt. Die Nachrichten sind voll von dem, was alles nicht gut läuft in der Welt – Berichte über das, was rund oder sogar richtig gut, vielleicht gar vorbildlich läuft, finden sich eher wenig. Und so braucht es den Entschluss, es anders zu versuchen. Das Gute zu suchen. Denn wer sucht, der findet!

„Der erste Schritt zum Glück ist der Entschluss, glücklich sein zu wollen.“ – Ralph Waldo Trine