Kennt ihr auch diese „Berge“, die sich manchmal vor einem auftun – selbst dann, wenn man im flachsten Flachland lebt? To-Do-Berge meine ich. Manchmal bestehen diese Berge aus einer großen Anzahl an ToDos, manchmal ist es auch ein einziges ToDo, das einem aber dafür umso riesiger vorkommt. Ich habe meinen persönlichen „Berg“ gerade erfolgreich hinter mir gelassen … nachdem ich wochenlang um ihn rumgeschlichen bin. Es war auch nichts wirklich Schlimmes: Ich hatte vor einiger Zeit ein Bild nachgemalt, das ich in einem Buch gesehen und ganz witzig fand. Das „Problem“ war nur, dass es so gar nicht mein Malstil ist, Und das eigentliche Problem, dass sich jemand eine Kopie eben dieses Bildes zum Geburtstag gewünscht hat. Natürlich habe ich versucht, die Sache irgendwie abzubiegen: ein anderes Motiv wäre doch auch nett. Oder eine in der gleichen Größe ausgedrucktes Foto, dann sogar in schönem Rahmen. Aber nein, besagte Person wollte ein „Original“. Dummerweise wollte ich mein Erstlingswerk nicht hergeben, trotz aller Unvollkommenheit, die ich besagter Person lang und breit aufgezeigt hatte. Also noch mal ran an die Arbeit. Die Leinwand war schnell gekauft, aber dann kam sie, die Unlust. Und das ToDo wuchs. Und wuchs. Und wuchs, bis es schlussendlich die gefühlte Größe des Mount Everest hatte. Irgendwann kam Zeitdruck ins Spiel. Dann Anflüge von Panik. Und dann der Geistesblitz: Ich könnte das tun, was ich meinen Klienten immer wieder rate, nämlich den persönlichen Mount Everest runterbrechen in viele kleine Schritte. Also Zettel raus und alle Einzelschritte notiert. Und siehe da: Wenn ich jeden Tag 1-2 Schritte gehe, dann wird das Bild rechtzeitig fertig. Und der Plan ging auf. Ganz ohne Stress und Panikattacke und Nacht-und-Nebel-Fertigstellaktion. Jetzt kann ich nur hoffen, dass das Bild auch gut ankommt. Ein paar Details hab ich dann nämlich doch noch verändert. Bin gespannt …

Gerade schrieb mir eine Dame, die ein Online-Coaching bei mir gemacht hat, dass meine Mails „wie frischer Wind aus dem Norden“ für sie waren. Kurze Zeit vorher schrieb sie: „Dafür, dass du hunderte Kilometer von hier entfernt bist, triffst du sämtliche Nägel haargenau auf die Köpfchen.“ Solches Feedback tut gut und zeigt mir wieder einmal, was online möglich ist: Veränderung, neue Perspektiven, Ermutigung …

Ich habe versprochen, euch von ein paar Dinge zu erzählen, die mich in letzter Zeit sehr angesprochen haben. Die erste Sache ist eine kleine Übung, die ich im Rahmen meiner Weiterbildung zum Creative Mindfulness-Coach gemacht habe. Und zwar ging es darum, sich eine Woche lang zu erlauben, neugierig zu sein.
P1180878Mit neugierig meine ich nicht, seine Nase in Dinge zu stecken, die einen nichts angehen. Gemeint ist, mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen, Dinge nicht als gegeben hinzu nehmen, Neues zu entdecken und zu lernen. Es war sehr spannend zu sehen, wie viele Dinge mich angesprochen und neugierig gemacht haben. Dinge, die ich normalerweise gerade mal eines flüchtigen Blickes gewürdigt hätte. Immer öfter habe ich es in dieser Woche geschafft, in diesen Momenten kurz inne zu halten. Mal habe ich mir dann einfach eine Minute Zeit genommen, um Schönes zu bestaunen. Ein anderes Mal habe ich Dinge recherchiert, die mich interessiert haben – über Personen und ihre Lebensgeschichte, über die Wirkung von Farben, die Herstellung von Gegenständen …
Es war erstaunlich, was ich alles Spannendes dazu lernen konnte. Und das Beste daran: Es hat sich nicht wie Arbeit angefühlt. Denn mir würde ja nicht gesagt, ich sollte Dieses oder Jenes tun – es war meine eigene Neugier, die mich angetrieben hat. Dieses einwöchige Experiment liegt bereits ein paar Monate zurück. Mittlerweile laufe ich nicht mehr als Dauer-Neugierige durch die Gegend. Aber ich erlaube mir viel öfter als früher, meiner Neugier zu folgen, bewusst wahrzunehmen was ist, Neues zu entdecken. Und das tut einfach nur gut! Herzliche Einladung, heute auch mal bewusst neugierig durch den Tag zu gehen.

Herzliche Grüße aus den … ja, was eigentlich? Urlaub, Herbstferien, Zwangspause?
Ferienzeit ist bei mir die letzten Jahre immer eine Zeit mit „Beigeschmack“ gewesen. Es ist eine Zeit, die mir „von oben“ aufgedrückt wird, sprich von den Schulferienmachern. Es ist Zeit, in der ich nicht normal arbeiten kann. Zeit, in der ich nicht Herr meiner Zeit bin, weil mein Kind daheim ist, ein gewisses Maß an Arbeit aber trotzdem erledigt werden muss: Artikel schreiben, Kliententermine etc.
3Geschmack1Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, Dinge immer besser zu timen, beispielsweise Artikel, die besonders viel Hirnschmalz verlangen, möglichst vor den Ferien fertig zu stellen oder aber Wege zu finden, wie ich Klienten trotz Kind im Haus empfangen kann. Trotzdem waren die Ferien immer die Zeit, vor der es mir am meisten graute. Weil sie Nachtschichten bedeuteten.
Zu meinem Geburtstag bekam ich das Buch „Das Café am Rande der Welt“ geschenkt, danach besorgte ich mir noch weitere Bücher von John Strelecky, u. a. „Safari des Lebens“. Sie haben mich noch mal neu herausgefordert, mich zu fragen, was wirklich wichtig ist im Leben. Mittlerweile kann ich mich – trotz aller Herausforderungen – auf Ferienzeiten freuen. Ich kann present sein, statt mit meinen Gedanken bei der noch zu erledigenden Arbeit zu weilen. Das war (und ist) ein Lernprozess. Aber das Ergebnis tut gut!
In diesem Sinne schicke ich euch heute keinen Gruß aus einer Zwangspause, sondern aus einer Qualitätszeit. Einen schönen Sonntag euch mit viel Sonne und Wärme in Herz und Gedanken!

Dankbarkeit. In meinem letzten Post habe ich ein paar Zeilen dazu geschrieben. Es mag den Eindruck erweckt haben, dass dankbar zu sein ziemlich einfach ist. Weil es so viel gibt, für das man dankbar sein kann.

Ich habe aber auch geschrieben, dass dankbar zu sein eine Entscheidung ist. Ein willentlicher Akt sozusagen. Die Entscheidung, den Blick auf das zu richten, was gut ist – nicht perfekt, nicht wow-mäßig und oft inmitten des so ganz und gar Nichtperfekten.

6-9Also her mit dem positiven Denken? Sich Dinge schön reden? Das ist so gar nicht mein Fall. Warum? Weil es der Wirklichkeit nicht gerecht wird. So erlebe ich es gerade: Kürzlich habe ich zugesagt, ein Projekt zu sponsern. Alles klang gut – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ich war happy und habe zugesagt. Im Nachhinein stellte sich die Sache als recht einseitig heraus und leider zähle ich dabei nicht zu den glücklichen Gewinnern. Es war eine Fehlentscheidung, die mich viel gekostet hat – und das auf mehreren Ebenen. Ich war sauer: Sauer auf die Person, die mir das Projekt so ganz anders verkauft hat, als es später umgesetzt wurde. Sauer auf mich selbst, weil ich mich habe blenden lassen. Sauer, weil diese Fehlentscheidung auch andere mittragen müssen.

Diese säuerlichen Emotionen sind da. Bringen sie mich weiter? Nein. Im Gegenteil: Sie machen handlungsunfähig. Und so habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich mich zwar ärgern kann, aber ohne im Ärger zu erstarren. Dass ich die Sache reflektieren und daraus lernen werde. Dass ich die Realität  zwar nicht toll finde, sie aber akzeptiere.

6-8Und ja, ich habe mich entschieden, dankbar zu sein: Dankbar dafür, dass ich nach aktuellem Stand aus der Sache zwar als Verlierer raus gehe, die Entscheidung Konsequenzen hat, aber nicht existenziell bedrohlich ist. Dankbar dafür, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die die Sache mit tragen. Und dafür, dass ich eben nicht in diesem Ärger, dieser Ohnmacht versacken muss, sondern lernen darf, ohne dabei zu verbittern.

Ist das ein zu persönlicher Post? Ich habe es abgewogen. Das Ergebnis liest du gerade. Die Autorin Brené Brown hat mich daran erinnert, wie viel wir voneinander lernen können – auch und gerade aus den Niederlagen. In diesem Sinne hoffe ich, dass euch meine Erfahrung ermutigt, den Blick vom Problem zur Lösung zu wenden. Gerne unterstütze ich euch dabei – live oder auch online!

www.vorwärtsleben.de

Update:
Ich hatte eine tolle Woche! Bin meiner Neugier gefolgt und habe viel Neues gelernt über die Wirkung von Farben, bestimmte Symbole, Personen, fremde Länder und Möglichkeiten, seinen Gedanken auf die Spur zu kommen (um sie ggf. zu hinterfragen) sowie die Wirkung von Katzen auf die Gemütslage von Menschen. Ich fand’s spannend und werde in Zukunft viel öfter meiner Neugier nachgeben. Es gibt so viel zu entdecken!
Nun liegen ein paar arbeitsfreie Wochen vor mir und ich freu mich drauf! Spätestens Anfang September melde ich mich wieder bei euch. Haltet die Ohren steif und macht’s gut! 🙂

Ich liebe es, neue Dinge auszuprobieren und in dem Zuge meine Komfortzone auch immer ein wenig zu erweitern. Diese Woche mache ich ein kleines Experiment: Jeden Morgen nehme ich mir ein paar Minuten Zeit, um meine Augen und Gedanken schweifen zu lassen – allerdings nicht (wie sonst oft) zu den Bergen unerledigter ToDos, meinen Befürchtungen oder anderen Dingen, die die morgendliche Frische direkt erschlagen. Nein, stattdessen suche ich nach Dingen, die meine Neugier wecken.

Gestern war es das Gelb der Sonnenblume auf dem Wohnzimmertisch. Ich habe mich gefragt, wie viele Gelbtöne es eigentlich gibt und welche Wirkung Farbe (und natürlich vor allem gelb) auf Menschen hat. So habe ich ein wenig gegoogled und das ein oder andere Interessante dazu gelernt. Heute früh habe ich ein paar Nachforschungen zu einer Autorin anstellen, deren Name in letzter Zeit des Öfteren meinen Weg gekreuzt hat – auch das war spannend. Heute Nachmittag will ich noch versuchen rauszufinden, was für ein Baum das eigentlich ist, den ich täglich vom Schlafzimmerfenster aus sehe.

Wird sich mein Leben durch dieses Experiment dramatisch verändern? Wahrscheinlich nicht. Aber es tut mir gut, mich mal ganz bewusst mit Dingen zu beschäftigen, die mich neugierig machen. Und bei denen ich normalerweise nicht nachhake, weil ja auch so viele andere, scheinbar wichtigere Dinge zu erledigen sind.

Wie wäre es: Willst du beim Neugier-Experiment mitmachen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!