So banal und doch so wichtig: die Art, wie wir uns kleiden. Gerade wenn man vom Homeoffice arbeitet, tendiert man schnell dazu, sich gemütlich zu kleiden. Bequem. Leger. T-Shirt, Wohlfühlhose und das Outfit ist komplett. Sieht ja keiner …
Ich will nichts gegen diese Kleidungskombi sagen. Ich mag sie ja selbst ganz gern. Aber die Art, wie ich mich kleide, hat einen Effekt darauf, wie ich mich fühle. Das bedeutet nicht, dass ich meine Artikel zukünftig im kleinen Schwarzen und mit Stöckelschuhen an den Füßen verfassen werde. Ich habe jedoch angefangen, mehr darauf zu achten, was für ein Gefühl mir Kleidung vermittelt. Wie ich mich in ihr fühle. Was ich gerade brauche. Und so seltsam das klingen mag: Was am einen Tag total stimmig ist, kann sich am Tag drauf schon total unstimmig anfühlen.
Wer dazu gerne mehr erfahren möchte: Die Künstlerin Kelly Rae Roberts hat das „Wear your joy“-Projekt gestartet, in dem sie Menschen auf genau diese Reise einlädt: zu entdecken, wer sie sind und wie sich das in ihrer Kleidung wiederspiegeln darf. Einfach mal googlen. Ich finde den Gedanken jedenfalls klasse!

P1170111Mal wieder ist ein Artikel von mir erschienen – dieses Mal sogar doppelt: zum einen in der „normalen“ Family und parallel dazu in der brandneuen Zeitschrift FamilyNEXT. Inhaltlich geht es um das Thema Potenzial … dazu gäbe es natürlich noch weitaus mehr zu sagen/schreiben als auf den mir zugestandenen 3 Seiten, aber zumindest ein kleiner Input, der hoffentlich Mut und Lust macht auf mehr!

PS: Wer in der Gegend wohnt und eine Ausgabe haben möchte – ich habe einige Belegexemplare hier liegen. Einfach kurz melden und abholen.

Die eigene Komfortzone verlassen – manchmal finde ich das total aufregend, spannend und mach es gerne. Manchmal aber auch nicht. So wie vor ein paar Monaten: Ich war beim ersten Weiterbildungswochenende in Gestalttherapie. Tolle Gruppe, tolle Dozentin, alles gut – bis sie plötzlich ankündigte, dass wir nach der Mittagspause eine Runde tanzen würden. Ich bin mir sicher, mein Herz hat ein paar Sekunden ausgesetzt – ich und tanzen? Hallo, geht’s noch? Bin vielleicht 1-2 Mal in der Disko gewesen und das war so gar nicht mein Ding. Der Tanzkurs während der Schulzeit würde mich wohl auch nicht retten. Tanzen … in der Gruppe … Freestyle?

2010_angstherausforderungDas ware nicht nur außerhalb meiner Wohlfühlzone, sondern quasi schon in der Panikzone! Nachdem gesagt wurde, man dürfe gern auch die Augen zu machen und solle einfach in sich reinfühlen, wie der Körper sich bewegen will, rückte die Herausforderung schon wieder etwas von der Panikzone weg. Und ich merkte: Es ging. Ich bin weder gestorben, noch habe ich mich so blamiert, dass ich mich danach nicht wieder in der Gruppe blicken lassen konnte. Das zu erleben tat gut. Mittlerweile liegt das vierte von fünf Wochenenden hinter mir. Und mittlerweile kann ich sie total genießen, unsere Tanzrunden nach der MIttagspause.

Bin ich ein toller Tänzer? Nein. Habe ich Ambitionen, die nächste Ü30-Party unsicher zu machen? Nö. Tanze ich noch immer am liebsten mit geschlossenen Augen? Ja. Habe ich etwas Neues, Wohltuendes für mich entdecken können? Drehe ich jetzt ab und an, wenn ich alleine zu Hause bin, die Musik auf und tanz ’ne Runde? Bin ich froh, dass ich mich getraut habe – damals, als ich dachte, ich würde vor Scham sterben? Ja, ja und nochmals ja. Danke, Steffi, dass du mich eingeladen hast, meine Grenzen weiter zu stecken. Und dass du mich mit einer bis dato unentdeckten Seite in Kontakt gebracht hast.

Ich trage diesen einen großen Wunsch in mir: Es der Welt (und mir selbst) zu beweisen. Die fleißigen Bienchen sind mir ein Vorbild, Pausen werden nur eingelegt, wenn ich merke, dass sie wirklich nötig sind. Schließlich wabert dieser Angstgedanke über mir, ich könnte als faul abgestempelt werden. Mein Motor wird angetrieben von der Hoffnung auf Lob von außen und eben dieser bereits genannten Angst vor Ablehnung, sollte ich die Erwartungen der Leistungsgesellschaft nicht vollumfassend erfüllen.

Jedoch bin ich auch nicht so naiv zu glauben, dass mich dieser Wunsch weiter bringt im Leben. Denn zum einen habe ich meist gar kein so klares Bild davon, wem ich es eigentlich beweisen will, geschweige denn, was es überhaupt zu beweisen gibt. Vor allem aber nicht davon, wie man es beweisen kann oder besser gesagt, wann der Beweis erbracht ist.

P1160911Warum ich das so frei heraus zugeben, mich hier öffentlich „oute“? Zum einen, weil ich damit zeigen will, dass einen die Arbeit im Bereich Coaching und Therapie nicht zum Übermenschen macht, der in der Lage ist, alles theoretische Wissen auch wirklich immer 1:1 in die Praxis umzusetzen. Zum anderen, weil sich für seine Unvollkommenheit zu schämen einen kein bisschen weiter bringt. Im Gegenteil: Man ist nur damit beschäftigt, Masken hoch zu halten, anstatt anderen Menschen zu signalisieren: Hey, wir sitzen alle im gleichen Boot – niemand ist perfekt und niemand muss es sein!

Hier noch ein (englisches) Zitat von Dr. Brené Brown aus ihrem Buch „The Gifts of Imperfection“:

„It [shame] can’t survive being shared. Shame loves secrecy. The most dangerous thing to do after a shaming experience is hide or bury our story. When we bury our story, the shame metastasizes.“

Und an anderer Stelle:

„Owning our story and loving ourselves through that process is the bravest thing that we will ever do.“

In diesem Sinne:

Lasst uns lernen, auch unsere verletzliche, nicht perfekte Seite zu zeigen!

VORWÄRTSLEBEN bietet dir Raum, laut zu denken, Optionen abzuwägen, Schritte zu gehen. Ich begleite dich gerne auf deiner ganz persönlichen Heldenreise. Live in meiner Praxis in Reinfeld (zwischen Lübeck und Hamburg) oder aber in Form eines Online-Coachings. Nähere Infos unter www.vorwärtsleben.de

Da ist er nun, unser zukünftiger Held. Er lebt ein Leben wie du und ich. Alles läuft so wie immer. Alltag eben. Aber dann hört er es: Das Abenteuer ruft!
Dieser Ruf kann ganz unterschiedlich klingen. Mal ist es eine herausfordernde Situation, die nach neuen Wegen ruft; mal ist es Langeweile oder aber eine sich auftuende Möglichkeit, die ergriffen werden will. Egal wie unseren Helden der Ruf ereilt – zu Beginn ist er meist nicht sonderlich begeistert. Er weigert sich, will innerhalb seiner Komfortzone bleiben, nichts verändern. Was ja auch zu einem gewissen Grad verständlich ist. Schließlich gibt es keine Garantie, dass die Unternehmung gelingt. Er muss die Sicherheit des Altvertrauten verlassen. Das braucht Mut – und Ermutigung, beispielsweise durch weise Ratgeber, Mentoren, Vertraute, die bereits selbst ihre ganz persönliche(n) Heldenreise(n) unternommen haben. Bekommt unser Held diese Unterstützung, kann er den ersten Schritt ins Abenteuer gehen: Er überwindet sein Zögern, überschreitet die Schwelle – und betritt eine ihm bis dato unbekannte Welt.

Auch wenn ich mich selbst eher ungern als Heldin bezeichne – das klingt in meinen Ohren noch immer etwas abgehoben –, so kenne ich diese Phase der Heldenreise sehr gut. Die Unzufriedenheit mit dem, was ist. Gleichzeitig aber auch die Angst vor dem, was alles passieren könnte, wenn ich dem Ruf des Abenteuers folge. Meinem Herzen folge. Ich habe gezögert – oft! Habe hin und her überlegt, wurde von Mitmenschen entmutigt. Aber zum Glück hatte ich auch diese weisen Vertrauten an meiner Seite, die die Risiken nicht unter den Tisch kehrten, mir aber dennoch Mut machten. Und so konnte ich schon so manches Mal diesen wichtigen ersten Schritt tun. Rein ins Abenteuer, ins Unbekannte, in eine neue Welt. Ob es mit diesem ersten Schritt getan ist und was einen in der neuen Welt alles erwartet, dazu schreibe ich nächste Woche mehr.

Zum Weiterdenken:
Hast du den Ruf des Abenteuers schon mal gehört – und bist ihm gefolgt? Was hat dir geholfen bzw. was hat dir gefehlt?