Vor ein paar Wochen ging ich spazieren. Im Park gab es einen Fluss, auf dem etwa zehn Enten paddelten. Sie hatten sich in zwei Gruppen zusammen getan. Eine Ente jedoch stach aus der Menge hervor. Sie schwamm mitten auf dem Fluss. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: Sie befand sich mitten auf dem Fluss und ließ sich treiben.
Zugegeben: Ich bin kein Experte für die Körpersprache von Enten. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Ente sich nicht einfach entspannt treiben ließ. Sie erschien orientierungslos. So als ob sie nicht wisse, wo sie eigentlich hin will – zur Enten-Gruppe links oder rechts am Fluss oder doch lieber ganz woanders hin. Es schien, als würde sie ihre Optionen abwägen, während sie sich auf dem Fluss treiben ließ. Immer weiter weg von den Orten, zwischen denen sie sich entscheiden musste.
Ich komme nicht umhin zu denken, wie viel besser es gewesen wäre, die Ente hätte sich eine kleine Entscheidungs-Auszeit gegönnt. Wäre sie doch nur zum Ufer geschwommen, um dort in aller Ruhe eine Entscheidung zu treffen. Dadurch, dass sie sich keine Auszeit gönnen, sondern im Fluss bleiben wollte, musste sie später den ganzen Weg zurück schwimmen. Gegen den Strom. Welch unnötiger Kraftakt. Wie gut, dass wir Menschen klüger sind als Enten!?

Schreibe eine Antwort

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

Erforderlich