Schon seit Monaten hatte ich mich auf den 04. Juli gefreut. Ich hatte mich vorbereitet und war gewillt, Regen, Wind und Kälte zu trotzen. Kurzum: Ich war bereit für den Women’s Run in Hamburg!
Aber dann kam sie – und mit ihr hatte ich nicht gerechnet: die Hitze. 36 Grad im Schatten sollte es werden, der Lauf war für 15 Uhr angesetzt und kurz vorher sagte dann auch noch meine Laufpartnerin ab.
In mir tobte ein Kampf: ein Kampf zwischen Ehrgeiz und Vernunft. Ich hatte mich gefreut, trainiert, konnte es schaffen und ja, ich wollte es mir beweise, wollte nicht kneifen. Auf der anderen Seite wusste ich, dass 36 Grad kein Pappenstiel und 15 Uhr eine denkbar ungünstige Startzeit ist. Zudem würde ohne Laufpartnerin an meiner Seite mein Ehrgeiz ziemlich sicher die Oberhand gewinnen. Heißt konkret: Ich würde mein normales Tempo laufen, nicht runter drosseln – oder erst, wenn ich kurz vorm Kollabieren bin. Die Argumente flogen in meinem Kopf wie Tischtennisbälle hin und her. Ich wusste nicht, was ich tun soll.
Am Ende kam mir das mit dem „das eigene Spiel gewinnen“ in den Sinn. Und so erklärte ich genau das zu meinem vornehmlichen Ziel. Das Ende vom Lied war eine maßgeschneiderte Lösung, bei der ich meinem obersten Ziel („Ich werde gut für mich sorgen!“) treu geblieben bin und so mein Spiel gewonnen habe. Und das ohne meinen Ehrgeiz abzutöten! Ich lief gleich morgens früh, als es noch vergleichsweise kühl war, meine Runde. Dann fuhr ich nach Hamburg, um mir meine Belohnung abzuholen: das pinke Motto-Shirt, auf das ich es abgesehen hatte.
Am Ende des Tages war ich glücklich: Ich war mir selbst treu geblieben, bin nicht gestartet – und habe doch gesiegt.

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