Wirkweise von Psychotherapie

 

Forscher haben durch Auswertung mehrerer tausend Therapiestudien versucht zu erforschen, was eine Psychotherapie wirksam macht. Sie kamen zu dem Schluss, dass es vier entscheidende Faktoren gibt:

1. Ressourcenaktivierung
2. Problemaktualisierung
3. aktive Hilfe zur Problembewältigung
4. therapeutische Klärung

Bei der Ressourcenaktivierung geht es darum, vorhandene Fähigkeiten und Stärken des Klienten zu erkennen und nutzbar zu machen. Hierzu können beispielsweise ein guter Zugang zu den eigenen Gefühlen, ein stabiles soziales Umfeld, erlernte Stressbewältigungsmethoden oder auch die Fähigkeit, Dinge zu analysieren, gehören.

Unter Problemaktualisierung versteht man, dass der Klient nicht nur über seine Probleme redet, sondern sie innerhalb der Therapie auch erlebt. Der Therapeut steht dem Klienten zur Seite und begleitet ihn im Prozess des Umlernens.

Bei der aktiven Hilfe zur Problembewältigung geht es zentral darum, dem Klienten Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihm im Umgang mit seinen Problemen helfen können. Es geht ganz zentral darum, neue Handlungsoptionen zu entdecken und zu erlernen.

Unter therapeutischer Klärung wiederum versteht man eine Ursachenforschung. Durch das Aufdecken der zugrundeliegenden Problematik erfährt der Klient ein tieferes Verständnis für sich selbst. Nur so wird innere Heilung möglich. Dieser Klärungsprozess hilft dem Klienten, sein Leben zukünftig Schritt für Schritt anders zu gestalten.

Diese vier Faktoren, die das Forscherteam um Klaus Grawe entdeckt hat, sind eine Kombination verschiedener Therapieverfahren. Man spricht hier von einem integrativen Ansatz bzw. von Integrativer Psychotherapie. Obwohl mittlerweile erwiesen ist, dass nicht eine einzelne Methode, sondern eine sinnvolle Kombination verschiedener Ansätze den größtmöglichen Therapieerfolg verspricht, wird dies jedoch bislang von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.