Die folgende Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit. Sie handelt von Emma. Emma liebt es, im Wasser zu toben. Als sie alt genug ist, fängt sie einen Schwimmkurs an. Woche für Woche wird Emma sicherer im Wasser. Kurz vor Ende des Kurses fährt Emma mit ihren Eltern in den Urlaub. Jeden Tag will die Kleine ins Schwimmbad. Und mit jedem Tag bewegt sie sich freier im Wasser. Am zweiten Tag schafft sie eine kurze Strecke ohne Schwimmgürtel, ab dem vierten Tag wird die Schwimmhilfe erst gar nicht mehr mitgenommen. Emma springt begeistert von den Schultern ihres Vaters ins Wasser, die 25 Meter am Stück schafft sie problemlos – und tauchen tut sie sowieso für ihr Leben gern! Daher beschließt die Familie, dass Emma am letzten Urlaubstag ihre Seepferdchen-Prüfung angehen soll. Der Bademeister lässt Emma eine Bahn schwimmen – kein Problem. Dann der Sprung vom Beckenrand ins Wasser – ein Leichtes. Zum Schluss noch schnell den Ring aus schultertiefem Wasser hochgeholt. Emma guckt den Bademeister freudestrahlend an, aber der schüttelt nur bedauernd den Kopf. Es hätte keine deutlich erkennbare Eintauchbewegung gegeben. Tränen und noch mehr Tränen. Emma ist traurig und wütend zugleich, denn im Schwimmkurs hatten sie es anders gemacht. Emmas Mama setzt sich mit ihr an den Beckenrand. Als das Mädchen sich beruhigt hat, guckt sie zu, wie ihre Mama das Eintauchen vormacht. Emma versucht es – erst noch etwas steif, dann immer besser. Der Bademeister steht noch immer am Beckenrand und beobachtet das Geschehen. Emma soll es doch bitte noch einmal versuchen – erst in etwas flacherem Wasser, am Ende in schultertiefem. Und siehe da: Es klappt! Emma ist müde, hört zwar das „gut gemacht“ des Bademeisters, aber dennoch kullern erneut Tränen. „Ich habe es einfach nicht richtig hingekriegt. Ich konnte es nicht.“ Emmas Mutter aber sagte: „Du hast es anders gelernt. Beim ersten Versuch hat es nicht geklappt – das konnte es auch gar nicht. Aber nach ein paar Minuten hattest du den Dreh raus. Und zwar so gut, dass dir der Bademeister gleich das Seepferdchen-Abzeichen verleiht. Du hast es dir verdient! Jetzt muss du entscheiden: Welche Version der Geschichte willst du heute Abend Oma und Opa erzählen – deine oder meine?“

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