Wir alle wissen, was uns gut tut: gesunde Ernährung, Bewegung, Erholungspausen … die Liste ist lang. Wir alle wissen es, tun es aber trotzdem oft nicht. Da mache ich keine Ausnahme, Beruf hin oder her.
Jede Woche habe ich mit Menschen zu tun, die zeitweise oder dauerhaft nicht gut für sich sorgen. Jede Woche rede ich mit Menschen darüber, warum es so wichtig ist, wie gute Selbstsorge aussehen könnte und was einen davon abhält, sie zu leben. Ich sage diese Dinge, weil ich weiß, wie extrem wichtig es ist, gut für sich zu sorgen. Vor allem aber, weil ich weiß, was für Folgen mangelnde Selbstsorge hat.
Am Wochenende sollte ich eigentlich vier Tage ganz für mich allein haben. Vier Tage, auf die ich mich sehr gefreut habe. Vier Tage, auf die ich hingelebt habe, an denen ich ganz bewusst und intensiv auftanken wollte. Doch dann kam alles anders; die Zeit allein musste ausfallen. Ich war fix und alle. Es wäre so schön gewesen. Und so einfach! Vier Tage ist einiges. Zeit allein zu haben, bedeutet viel Freiraum. Nach einem Abend des Selbstmitleids musste ich mich entscheiden: Will ich mich als Opfer einer Planänderung sehen oder schauen, wie ich die veränderten Rahmenbedingungen so gestalten kann, dass ich Handelnde, Gestaltende bin?
mohnblumenOpfer der Umstände zu sein ist der leichtere Weg. Aber man fühlt sich besch***. Und das wollte ich nicht. Das konnte ich gerade nicht gebrauchen. Also wurde ich aktiv, kommunizierte meine Bedürfnisse, nahm Hilfsangebote an und gab mir selbst die Erlaubnis, mir Auszeiten zu nehmen und auf mich zu hören, selbst wenn der Rest der Familie um mich rum „produktiv“ ist.
Das Wochenende liegt hinter mir. Es war ein bunter Mix aus Familien-, Paar und Alleinzeit, aus faulem Nichtstun und Dinge anpacken und Selbstwirksamkeit erleben. Tage, in denen ich immer wieder bewusst entscheiden musste, ob ich bereit bin, nicht nur über die Wichtigkeit von Selbstsorge zu reden, sondern sie wirklich zu leben. Auch unter nicht optimalen Bedingugnen. Wobei dir rückblickend gar nicht so sehr von außen kamen, sondern von meinen eigenen „Quatschis“, die mir einreden wollten, dass ich die Tage doch lieber produktiv sein sollte, dass sich ausklinken egoistisch sei etc. Es war nicht immer einfach, aber es hat so gut getan.
Manchmal braucht man einen wohlwollenden Tritt in den Allerwertesten, um die Theorie in die Praxis umzusetzen. Da bilde ich keine Ausnahme. Ich bin genauso auf dem Weg wie meine Klienten. Und das ist gut so!

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