Wie ich male, so bin ich – stimmt das? Dieser Gedanke kam mir in den Sinn, als ich kürzlich wieder mit Pinsel und Farbe aktiv war. Die Aussage trifft sicher nicht auf jeden Menschen zu. Aber ich für meinen Teil kann bestätigen, dass es deutlich erkennbare Parallelen zwischen meinen Bildern und mir als Person gibt: in den Farbpaletten, die ich bevorzugt nutze (warme oder kalte Farben, grell oder gedeckt), in der Art, wie ich male (geplant, strukturiert, frei oder chaotisch), in der Größe der Leinwand, mit der ich mich wohlfühle (klein, groß oder mittel) etc.
2015-01-12Das fällt mir allerdings erst dann richtig auf, wenn ich Dinge – gezwungenermaßen oder auch freiwillig – anders mache als normal: Wenn ich mich beim Kauf der Leinwände vergreife und erst zu Hause merke, dass ich eine größere Leinwand als normal erstanden habe. Oder wenn ich ein Bild mit anderen Farben als sonst male. In diesen Momenten ist es spannend, in eine Art Zuschauer-Rolle zu schlüpfen und mich selbst zu beobachten. Dabei geht es nicht um erzwungene, künstliche Deutungen, sondern darum, hinzugucken, in sich reinzufühlen, innere Reaktionen bewusst wahrzunehmen, Fragen zu stellen und vielleicht am Ende doch die ein oder anderen Schlüsse daraus zu ziehen. Und so Bilder sprechen zu lassen.

Beobachte mal:
Auch deine Kleidung weiß Geschichten zu erzählen: Geschichten darüber, wie du dich selbst wahrnimmst; Geschichten darüber, wie andere Menschen dich wahrnehmen sollen; Geschichten über Gefühle, Bedürfnisse und vieles mehr. Spannend im Zusammenhang mit Kleidung ist auch die Frage, wie sie dich fühlen lässt: selbstbewusst, authentisch, verkleidet, unsichtbar …

2 Gedanken zu „Malerei als Spiegel

  1. Vielen Dank, liebe Nicole!
    Deine Gedanken sind wertvoll, wichtig, ehrlich und ermuntern mich dazu, selbst bei mir hinzuschauen und hinzuspüren. Danke dafür. LG.

    Kommentiere

Schreibe eine Antwort

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

Erforderlich