Vor einigen Wochen hatte ich angekündigt, in unregelmäßigen Abständen Bücher vorzustellen, die mir gefallen. Heute ist es das Buch „Schön ohne Aber“ (SCM Hänssler Verlag, Hrsg. Eva-Maria Admiral und Annette Friese). In ihm berichten weit über zwanzig Männer und Frauen über ihre Erfahrungen mit dem Thema Body Shaming. Hierbei geht es um die Erfahrung, aufgrund seines Äußeren abgewertet zu werden. Oftmals sind es kleine verbale Spitzen, die sich wie Giftpfeile in die Seele bohren und Menschen dazu veranlassen, sich selbst in einem unglaublich negativen Licht zu sehen.

Ob wir es uns eingestehen wollen oder nicht: Die Meinung anderer über uns lässt uns nicht kalt. Deshalb setzen wir alles daran, damit das Urteil unserer Mitmenschen in Zukunft positiv(er) ausfällt. Erschreckend ist, welche Folgen diese Suche nach dem Ja des anderen zu mir haben kann. Gemeint sind hier nicht nur Essstörungen, sondern auch die Tatsache, dass ein einfach so gedankenlos dahingesagter Satz jahrzehntelang das Selbstbild eines Menschen prägen kann.

Gefallen hat mir an dem Buch, dass es ehrlich ist: Der Glaube an einen Gott, der jeden Menschen wunderbar geschaffen hat, bewahrt nicht automatisch davor, das in Bezug auf die eigene Person anzuzweifeln. Die Geschichten setzen sich wie bunte Mosaikteilchen zu einem Gesamtbild zusammen. Beim Lesen konnte ich viele Gedanken aufschnappen und ihnen nachspüren. Das tat gut. Manche Autoren haben mir wirklich aus der Seele gesprochen, andere weniger, aber das ist total in Ordnung, denn ich bin mir sicher, dass es jemand anderem beim Lesen genau andersherum ergeht. Es ist ja gerade die Mischung aus ganz verschiedenen Erfahrungen und Sichtweisen, die das Buch ausmacht.

Lesenswert für alle, die mit ihrem Körper hadern, aber natürlich auch für die wenigen Glücklichen, die das noch nie getan haben, aber neugierig sind, wie es dem Rest der Bevölkerung zeitweise so geht. 😉

Ich habe mal wieder etwas für das Online-Magazin MINDO getextet. Dieses Mal geht es um ToDo-Listen, ihren potenziellen Frust-Faktor und eine spannende Alternative, aber lest am besten selbst:
https://mindo-magazin.de/coaching-to-do-frust-mach-den-haken-dran/

Gerade habe ich einen Artikel über Neugierde geschrieben. Ich finde, dass es wichtig ist, neugierig zu sein. Nicht im Sinne von “die Nase in fremde Angelegenheiten stecken”, sondern im Sinne von interessiert sein, Dinge entdecken wollen, Fragen stellen etc. Diese Art Neugier finde ich total bereichernd. Und sie ist ein absolut wichtiger Teil meiner Arbeit bei VORWÄRTSLEBEN. Oft rufen mich Menschen an, die direkt am Telefon sagen, sie würden sich gerne mit mir treffen, damit ich ihnen sage, was sie tun sollen. Da muss ich sie dann immer direkt enttäuschen, denn das tue ich nicht (oder versuche zumindest, es mir zu verkneifen). Denn es ist eine Sache, ob dir jemand sagt, was vielleicht sinnvoll wäre zu tun oder “wo das Problem liegt”, oder ob man es selbst herausfindet – natürlich mit Unterstützung, wo nötig. Wenn ich selbst Muster und Mechanismen erkenne und durchschaue und anschließend überlege, wie ich damit in Zukunft (anders) umgehen möchte, dann hat das eine ganz andere Power, als wenn mir einfach jemand sagt, “tu dies” oder “tu jenes”. Mein Ansatz: Geh auf Entdeckungsreise. Setz deine Forscherbrille auf, sei neugierig. Das ist sicher nicht jedermanns Sache und das ist vollkommen okay. Es gibt genug Praxen, die anders arbeiten. Aber ich weiß, dass es auch genügend Menschen gibt, die keinen Bock mehr darauf haben, dass ihnen von andere 0815-Strategien vorgesetzt werden, sondern die selbst mitdenken und mitentscheiden, die aktiv mitgestalten wollen. Für die bin ich da. Klingt spannend? Dann melde dich gerne. Oder leite die Info an Menschen weiter, die es interessieren könnte – das wäre klasse! Ich arbeite primär schriftlich (online) oder auch telefonisch und das nicht erst seit Corona, sondern seit Anfang an, denn Flexibilität und Individualität sind mir wichtig.