Kürzlich habe ich über Tankstellen geschrieben: darüber, dass wir alle Dinge in unserem Leben brauchen, an denen wir unsere Energietanks füllen. Gute Bücher um mich zu haben und mir die Zeit zu nehmen, sie auch zu lesen, ist eine meiner Tankstellen. Das können spannende Krimis sein, lehrreiche Fachbücher oder wie gerade inspirierende Biografien.

Was ich an Biografien so liebe, ist, eingeladen zu werden, ein Stück weit in das Leben einer anderen Person einzutauchen. Darüber lesen zu dürfen, was Ereignisse, seien sie positiv oder negativ, im Leben eines Menschen bewirken. Richtungsweisende Weggabelungen wahrzunehmen und ganz oft auch so etwas wie ein roter Faden, der sich durch das Leben der jeweiligen Person zieht.

Gestern war es nun soweit: Ich habe die Biografie von John McGurk „Aufstehen, Kilt richten, weiterkämpfen. Wie das Drama meiner Kindheit zur Berufung meines Lebens wurde“ (SCM Hänssler) fertiggelesen. Warum ich sie unbedingt lesen wollte? Weil es darum geht, wie aus etwas extrem Negativen etwas richtig Gutes entstehen kann. Weil es dabei auch ums Laufen geht. Und weil er Schotte ist – und ich nach unserem Urlaub dort letztes Jahr schon beim Gedanken an Schottland happy werde. 😉

Die Biografie von John McGurk hat mich … bewegt und motiviert … neu sensibilisiert … und so seltsam es angesichts der Tatsache, dass ein Großteil des Buches von seinen schlimmen Kindheitserfahrungen handelt: Es hat mir Hoffnung gemacht. Hoffnung, weil seine Geschichte zeigt, dass die Tiefpunkte des Lebens nicht zwingend auch die Endpunkte sein müssen. Hoffnung, dass als dem Mist unseres Lebens Dünger werden kann. Hoffnung, weil McGurk stellvertretend für die vielen Menschen steht, die zu Unrecht als hoffnungslose Fälle abgestempelt werden, obwohl in ihnen das Potential zum Hoffnungsbringer schlummert. Hoffnung auch deshalb, weil das Lesen seiner Geschichte vielleicht Menschen in ähnlichen Situationen Mut macht – und die Wahrnehmung derer, die zum Abstempeln neigen, verändert. Ich wünsche mir, dass noch viele sich von seiner Geschichte inspirieren und motivieren und verändern lassen!

Wir alle brauchen sie: Energie-Tankstellen. Wege, um unsere Krafttanks aufzufüllen und das möglichst regelmäßig. Im Idealfall sind es verschiedene Tankstellen. Kennst du deine? Und hast du sie in letzter Zeit regelmäßig angesteuert?

Ich liebe Bücher. Lesen ist eine meiner “Tankstellen”, also einer der Wege, wie ich neue Energie zapfe. Das können “Abschaltbücher” sein, in deinen man ganz entspannt in eine andere Welt abtaucht, Spannendes, aber immer wieder auch gerne etwas, das das Gehirn anregt.
Kürzlich durfte ich für das MINDO Magazin das neue Buch “Auf zu neuen Ufern” von Arne Kopfermann lesen. Und was soll ich sagen? Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest – also zumindest ich nicht. Es ist keine leichte Kost – aber irgendwie auch keine schwere. Ich würde es als einen Gedankenanreger beschreiben, auf den man sich einlassen muss – und wenn man es tut, dann ist es super!
Kopfermann nimmt seinen eigenen Glauben unter die Lupe: schaut zurück, schaut hin, reflektiert, zieht Bilanz. Was mir besonders gefällt und mich anspricht: Er hat den Mut, Dinge zu hinterfragen – aber nicht zynisch, sondern mit ehrlichem Interesse. Und statt immer nur “dagegen!” zu schreien, spricht er auch davon, wofür er ist, woran er glaubt. Eine Einladung, sich diesen Fragen zu stellen und selbst eine Positionsbestimmung vorzunehmen.

https://mindo-magazin.de/vorgestellt-arne-kopfermann-auf-zu-neuen-ufern/

Im Urlaub habe ich eine Karte entdeckt, die überschrieben war mit der Aufforderung “Sei gut zu dir”. Darauf sind acht Aussagen, die ich bedenkenswert finde. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei:

SEI IMMER LIEB
zu dir selbst.

KRITISIERE NICHT
deine ganz eigene Art, die Dinge zu tun.

ENTSCHULDIGE DICH
niemals für deine Träume.

SEI VORSICHTIG
mit den Worten, die du dir selbst sagst.

SEI GEDULDIG
mit dir, wenn du Fehler machst.

HÖR AUF RATSCHLÄGE
die tief aus deinem Herzen kommen.

VERNACHLÄSSIGE NIEMALS
das Kind in dir, das spielen und lachen möchte.

SEI BEHUTSAM
mit dir, wenn du traurig bist.

Nicht alle sprechen mich gleichermaßen an, aber es gibt ein paar Dinge, die ich mir definitiv zu Herzen nehmen möchte. Punkt 4 beispielsweise: Hast du dir selbst schon einmal zugehört? Wie oft passiert es, dass wir uns selbst in Gedanken und Worten fertig machen. Oder Punkt 3: Wie oft entschuldigen wir nicht nur unsere Träume, sondern leugnen sie sogar – vielleicht weil es zu schön wäre, um wahr sein zu können? Aber wer sagt denn, dass Schönes nicht wahr werden kann?

Nimm dir doch einen Moment und lies die Tipps in Ruhe durch. Und wenn etwas dabei ist, dass dich anspricht: Nimm es dir zu Herzen! Ein tolles Wochenende dir.