Es gibt viele Begabungen. Begabungen sind etwas Wunderbares – unter zwei Bedingungen: zum einen, dass sie auch ausgelebt werden, zum anderen, dass man sie zum Wohle aller einsetzt. Bevor man sie richtig ausleben kann, hilft es, wenn man sich ihrer bewusst ist. Zu Studienzeiten habe ich ab und an sogenannte „Gabentests“ gemacht. Was immer wieder nett war, aber nie den richtigen Aha-Effekt hatte. Rückblickend würde ich sagen, dass es daran lag, dass die Ergebnisse zu allgemein waren – was nicht wirklich überraschend ist bei dieser Art von Test. Eines Tages sprach ich mit einer Freundin, als sie plötzlich meinte: „Nicole, du hast die Gabe des Kartenschreibens! Es ist schon so oft passiert, dass gerade dann, wenn ich es brauchte, eine Karte von dir im Briefkasten lag. Und was du geschrieben hast, war so treffend – auch wenn du manchmal gar nicht wusstest, was gerade bei mir los ist.“ In dem Moment erinnerte ich mich daran, dass mir das schon mehrere Menschen gesagt hatten. Ich hatte es nur nicht als „Gabe“ eingeordnet – vielleicht ja zu Unrecht?!

Womit kannst du das Leben deiner Mitmenschen bereichern? Es muss nichts Spektakuläres sein – oft sind es die „ganz normalen Dinge“, die besonders sind!

Dieser Monat steht unter dem Motto „Dankbar für mich“. Ich lade dich ein, deine Dankbarkeits-Brille aufzusetzen und damit einen liebevollen Blick auf dich selbst zu werfen. Ich wünsche mir, dass wir unseren Blick für uns selbst schärfen, für unsere Fähigkeiten, Besonderheiten, Einzigartigkeiten. Oft tendieren wir dazu, auf das zu schauen, was nicht optimal ist. Diesen Monat darf das Suboptimale suboptimal sein – wir lassen uns davon nicht die Sicht auf das Gute, Starke versperren: auf das, wofür wir so richtig dankbar sein können. Du bist einzigartig, wunderbar, genau richtig!

Idee: Stell dich doch heute mal vor einen Spiegel. Schau dir dein Spiegelbild in aller Ruhe an. Und dann sag: „Schön, dass es mich gibt!“

PS: Fühlt sich (noch) etwas seltsam an? Kopf sagt ja, aber das Gefühl ist sich noch unsicher, ob das stimmt? Kein Problem. Wir dürfen lernen – auch in Sachen Selbstliebe.

WORTBEWEGER sein – das ist nicht nur Teil meiner Arbeit (www.wortbeweger.de), sondern ein echtes Herzensanliegen von mir. Gestern war wieder so ein Tag, wo unbedacht ausgesprochene Worte mir das Herz zerrissen haben. Meine Tochter ist für ihr Alter vergleichsweise klein und wird seit Jahren jeden Sommer gefragt, ob sie sich denn auf ihre Einschulung freue – zum letzten Mal diesen Sommer, als sie auf die weiterführende Schule gewechselt hat. Gestern wieder so eine Situation: Es wurden zum Valentinestag in der Buchhandlung Geschenke verteilt – Bücher und andere Kleinigkeiten. Als sie nun ein Buch aussuchen wollte, reichte ihr die Verkäuferin einen Schlüsselanhänger – denn für die Bücher (ab 8 Jahre) wäre sie ja noch zu klein. Als sie mir davon erzählte, musste ich mit den Tränen kämpfen. Worte bewegen, positiv wie auch negativ, egal ob “nur so dahingesagt” oder ganz bewusst ausgesprochen. Worte treffen und bleiben hängen. Immer wieder höre ich von Menschen, die an Worten, die oft schon lange zurückliegen, zu knabbern haben. Die sich wie ein Widerhaken in ihre Herzen eingedrungen, darin steckengeblieben sind und sich chronisch entzündet haben. Viele dieser Worte sind nicht böse gemeint. Manche möchten sie zurücknehmen, aber einmal ausgesprochen, sind sie raus und wirken. Was tun? Sich ärgern bringt nichts. Stattdessen gilt es, zu versuchen, Wortbeweger im besten Sinne des Wortes zu sein: Lasst uns helfen, durch Zuhören und das Entgegensetzen positiver wahrer Worte beim “Entgiftungsprozess” zu helfen. So kann der Widerhaken sich nach und nach lösen und die Wunde immer weiter abheilen. Lasst uns diese Woche mit guten Worten das Leben unserer Mitmenschen bewegen!

„Was wir zu leicht bekommen, schätzen wir wenig.“ – Thomas Paine

Es ist toll, sagen zu können, dass man sich etwas „erarbeitet“ hat. Die meisten Dinge im Leben, die wirklichen Wert haben, gibt es aber geschenkt. Und werden nur allzu leicht übersehen. In diesem Sinne: Herzliche Einladung, diese Woche gerade diesen Dingen besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen – und sie zu genießen!

Gestern Mittag rief meine Tochter an: Sie komme etwas später, denn sie habe zusammen mit einem Freund einer jungen Mutter mit Baby geholfen. Die stand am Bahnhof, der Fahrstuhl war (mal wieder!) kaputt und sie kam mit dem Kinderwagen nicht die steile Treppe rauf. Also haben die beiden sich den Kinderwagen geschnappt und ihn für sie getragen – Fünftklässler! Scheinbar war niemand anders da oder bereit, der Frau zu helfen. Mein erster Gedanke, als ich das hörte: Was hätte da passieren können! Die Treppe ist wirklich nicht ohne … Dann der Nachsatz: “Mama, ich soll dir von der Frau übrigens was ausrichten. Sie meinte, dass unsere Eltern ganz offensichtlich etwas richtig gemacht haben bei unserer Erziehung – das soll ich dir unbedingt sagen!”
Warum schreibe ich das? Weil es mir so unglaublich gut getan hat, dieses Feedback. Ich weiß, ich bin nicht perfekt – gefühlt ziemlich weit davon entfernt, um genau zu sein. Aber dass die beiden angepackt haben, ganz selbstverständlich, das finde ich klasse! Und zu hören, wie sie damit den Tag für diese Mutter bereichert haben, das finde ich klasse. Vor allem aber musste ich mal wieder denken, wie einfach es ist, einander zu beschenken. Dass es gar nichts kostet, außer vielleicht Aufmerksamkeit, ein paar Minuten der eigenen Zeit oder ein kurzer Satz. Denn nicht nur die Kids haben die Frau beschenkt – sie hat durch ihre Worte etwas zurückgeschenkt … an die beiden Helden, aber auch an uns Eltern. In diesem Sinne: Ein schönes, beschenktes und schenkendes Wochenende euch!

Dankbarkeits-Frage der Woche:

So etwas wie ein perfektes Leben gibt es nicht. Leider, mögen manche sagen. Ich finde es wichtig, aufzuhören, nach dem Perfekten zu streben. Was ist der genaue Maßstab für „perfekt“? Wie oft werde ich ihn im Leben erreichen können? Vermutlich nicht sehr häufig – wenn überhaupt. Vielmehr möchte ich danke sagen für das Gute. Den Blick auf das richten, was da ist, und wegkommen vom Starren auf das, was fehlt.

Wo tappst du vielleicht in eine ähnliche Falle – und wie könnte ein Perspektivwechsel wie der oben beschriebene deine Sicht aufs Leben bzw. die Situation verändern?

Kennt ihr das auch? Alles läuft gut, ihr seid entspannt – bis mit einem Mal ein “Störer” euren Tag durcheinander bringt. Das kann der Drucker sein, der sich plötzlich weigert, seine Arbeit zu tun, und damit eure Arbeit sabotiert. Es kann aber auch der Anruf von der Schule sein, dass ihr euer Kind abholen sollt, weil es ihm nicht gutgeht. Oder ein Satz, der euch trifft und aus der Bahn wirft. Oft sind es Kleinigkeiten, die das Potenzial haben, den Verlauf eines Tages zu verändern. Plötzlich entsteht Zeitdruck, innere Unruhe, Panik.
Gerade letzte Woche habe ich wieder erleben dürfen, wie Kleinigkeiten einen Tag aber auch zum Guten verändern können. Da war die Entscheidung, einen Termin abzusagen, was für viel Entspannung sorgte, Druck rausnahm und mir die Möglichkeit gab, mich in Ruhe auszukurieren. Oder die WhatsApp, in der mir jemand zur Aufmunterung einen “virtuellen Kaffee” schickte in Form eines Kaffeetassen-Stickers. (Den ich dann in einen echten Kaffee umwandelte und ein Foto davon zurückschickte, verbunden mit einem Dank für den köstlichen Koffeeinkick.)
Kleinigkeiten können den Lauf des Tages ändern. Die “negativen Störer” können wir nicht immer verhindern, aber wir können entscheiden, wie wir darauf reagieren: reinsteigern, in den Panik-Modus umschalten oder erst mal tief durchatmen und nach Handlungsoptionen Ausschau halten? Vor allem können wir uns aber selbst kleine Geschenke machen, indem wir uns Gutes tun – und anderen erlauben, uns zu beschenken.

Dankbarkeits-Frage der Woche:

Viele Menschen bereichern unser Leben. Manchmal durch echte „Highlights“, viel häufiger aber durch scheinbare Selbstverständlichkeiten – zumindest aus ihrer Sicht. Es tut gut, das Gute bewusst wahrzunehmen – und sich die Zeit zu nehmen, die empfundene Dankbarkeit der Person gegenüber auszudrücken.
Wem möchtest du dieses Wochenende Danke sagen?
Wofür und wie könnte das konkret aussehen: von Angesicht zu Angesicht, telefonisch, in Form einer schönen Karte oder …?

Pausen sind wichtig. Auf unseren Körper zu hören – auch wichtig! Wir alle wissen das … und geben es auch immer wieder gerne anderen mit auf den Weg. Nur mit der Umsetzung hapert es oft – vor allem bei einem selbst. Theorie und Praxis können nämlich manchmal eeeeeeeewig weit auseinander liegen! Um sie wieder zu vereinen, packe ich mich heute an der eigenen Nase und sorge für einen ungeplanten Ruhetag.

Was auch für mich erst mal Arbeit bedeutet: Drei Online-Coaching-Kunden müssen angeschrieben werden, um sie darüber zu informieren, dass ich erst am Montag dazu komme, ihnen zu antworten. Die für Montag geplanten ToDos müssen umverteilt werden. Manchmal habe ich darauf so wenig Lust, dass ich das mit der Ruhe sein lasse. Aber heute nicht. Heute investiere ich die Zeit zum Umplanen, um danach meinem Körper das zu geben, was er braucht: etwas Ruhe, Aufmerksamkeit, Liebe. Schließlich sorgt er dafür, dass ich tagtäglich alles gemeistert kriege. Da darf er auch mal Ruhe einfordern. Und ich darf sie ihm gönnen. Ohne schlechtes Gewissen. Meine Erfahrung ist nämlich, dass die meisten Menschen Verständnis haben, wenn man ihnen erklärt, warum man bestimmte Dinge erst etwas später erledigen kann. Kommunikation ist die halbe Miete, Mindestens! 🙂