Auch im kommenden Jahr wird es wieder die Gruppe “Dankbar durch das Jahr 2019” geben. Gemeinsam werden wir den Blick durch unsere Dankbarkeitsbrillen trainieren – nicht Dinge schönreden, sondern neue Perspektiven entdecken, einander ermutigen, Spaß haben, Leben teilen.

Du hast einen facebook-Account und Lust, 2019 dabei zu sein? Dann klink dich gerne ein. Hier geht’s zur Gruppe: https://www.facebook.com/groups/286509631974412/

Es gibt viele Begabungen. Begabungen sind etwas Wunderbares – unter zwei Bedingungen: zum einen, dass sie auch ausgelebt werden, zum anderen, dass man sie zum Wohle aller einsetzt. Bevor man sie richtig ausleben kann, hilft es, wenn man sich ihrer bewusst ist. Zu Studienzeiten habe ich ab und an sogenannte „Gabentests“ gemacht. Was immer wieder nett war, aber nie den richtigen Aha-Effekt hatte. Rückblickend würde ich sagen, dass es daran lag, dass die Ergebnisse zu allgemein waren – was nicht wirklich überraschend ist bei dieser Art von Test. Eines Tages sprach ich mit einer Freundin, als sie plötzlich meinte: „Nicole, du hast die Gabe des Kartenschreibens! Es ist schon so oft passiert, dass gerade dann, wenn ich es brauchte, eine Karte von dir im Briefkasten lag. Und was du geschrieben hast, war so treffend – auch wenn du manchmal gar nicht wusstest, was gerade bei mir los ist.“ In dem Moment erinnerte ich mich daran, dass mir das schon mehrere Menschen gesagt hatten. Ich hatte es nur nicht als „Gabe“ eingeordnet – vielleicht ja zu Unrecht?!

Womit kannst du das Leben deiner Mitmenschen bereichern? Es muss nichts Spektakuläres sein – oft sind es die „ganz normalen Dinge“, die besonders sind!

Lange Zeit hat mein Körper gestreikt. Er wollte einfach nicht so, wie ich wollte. Ständig hatte ich Schmerzen, konnte schlecht im Voraus planen, weil ich nie wusste, wie es mir jeweils geht und was möglich ist. Seit Anfang des Jahres ist der Streik gebrochen. Endlich kann ich wieder planen, kann Sport treiben etc. Eigentlich wie früher und doch ganz anders. Anders, weil ich mir jetzt des Geschenkes eines „funktionierenden“ Körpers ganz neu bewusst bin. Unser Körper leistet Enormes – und das tagtäglich! Sag heute doch mal deinem Körper danke für das, was er immer wieder für dich tut.

Heute mal eine kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Familie: Nimm die sieben Buchstaben des Wortes (F-A-M-I-L-I-E) und finde für jeden Buchstaben ein Wort, das für Dinge steht, für die du im Zusammenhang mit deiner Familie dankbar bist. Beispiel: F = Familienfeiern oder I = Irlandurlaube etc. Viel Spaß – ich bin gespannt auf eure Ideen!

Jede Familie hat so ihre ganz eigenen Eigenheiten: bestimmte Werte, die hochgehalten werden, Rituale, Liebenswertigkeiten und Macken. Nicht alles davon ist gut, von manchem muss man sich im Laufe des Lebens befreien, weil man merkt, dass es nicht (mehr) passt. Und das ist auch gut so, denn wenn man nach Werten etc. lebt, die als – wenn man ehrlich ist – nicht stimmig empfunden werden, dann wird es anstrengend und zermürbend. Es gibt aber sicher auch Dinge, die du gerne in dein Leben als Erwachsene übernommen hast. Dinge, wo du merkst: die passen, die sind stimmig, die will ich leben! Das können wie gesagt Werte sein, aber genauso gut bestimmte Traditionen oder dass du den Dialekt deiner Heimat pflegst. Überleg doch mal: Was hast du aus deiner Herkunftsfamilie übernommen, für das du heute noch dankbar bist?

 

Wenn du an deine Familie denkst, welche „Rollen“ gibt es da? Ich denke an so etwas wie „die Angepasste“, „den Rebellen“, „den Exoten“, „die Abenteurerin“, „die Perfekte“ etc. Welche Person hat dich durch ihre Art, ihr Leben zu leben, inspiriert, es ihr gleichzutun, also beispielsweise dein Ding zu machen, auch wenn andere es nicht nachvollziehen können, deine Stimme zu erheben gegen Unrecht, Abwasch Abwasch sein zu lassen, weil es Wichtigeres im Leben gibt?

Wenn ich an die Generationen vor mir denke, an meine älteren Verwandten, dann denke ich zu allererst an meine Oma und meinen Opa mütterlicherseits. Sie sind mittlerweile gestorben, früher aber habe ich sie oft besucht. Sie wohnten nicht weit von uns entfernt, hatten einen Bauernhof und es gab immer Dinge zu entdecken. Ich erinnere mich an Übernachtungen bei ihnen, an das dicke Federbett (das ich heute gerne hätte, aber so etwas bekommt man nicht mehr im Laden zu kaufen), an Fahrrad-Touren, Trecker-Fahrten, den Umtrieb der Kühe von einer Weide zur nächsten, an die Gerichte, die meine Oma auf mein Bitten hin für mich kochte, so gut versteckte Geschenke, dass sie manchmal erst nach dem eigentlichen Fest wiedergefunden wurden … Ich bin heute noch dankbar, dass ich so viel Zeit mit ihnen verbringen konnte; dankbar für schöne Erinnerungen. Wen gibt es in deiner Familie in der älteren Generation, der dein Leben beschenkt hat – und wie?

 

Ihr habt euch ein Oberthema für jeden Monat gewünscht – und euer Wunsch ist mir Befehl! 😊 Im April werden wir mit unseren Dankbarkeitsbrillen auf der Nase jeden Samstag einen Blick auf unsere Familie werfen. (Falls für jemanden von euch das Thema Familie ein rotes Tuch ist, fühlt euch bitte frei, den Begriff Familie weiter zu fassen und dabei auch an die Menschen zu denken, die „wie Familie“ für euch sind.) Ich freu mich auf eure Entdeckungen. Samstag geht’s los!