Lange Zeit hat mein Körper gestreikt. Er wollte einfach nicht so, wie ich wollte. Ständig hatte ich Schmerzen, konnte schlecht im Voraus planen, weil ich nie wusste, wie es mir jeweils geht und was möglich ist. Seit Anfang des Jahres ist der Streik gebrochen. Endlich kann ich wieder planen, kann Sport treiben etc. Eigentlich wie früher und doch ganz anders. Anders, weil ich mir jetzt des Geschenkes eines „funktionierenden“ Körpers ganz neu bewusst bin. Unser Körper leistet Enormes – und das tagtäglich! Sag heute doch mal deinem Körper danke für das, was er immer wieder für dich tut.

„Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast!“ – Die Bibel, Psalm 139,14a

Oft schauen wir – oder ich zumindest – primär auf das, was nicht so ist, wie ich es gerne hätte: Das fängt beim Aussehen an, hört da aber definitiv nicht auf! Wenn ich mit meinen Überzeugungen anecke, wünschte ich manchmal, ich wäre anders – mehr Mainstream, angepasster. Gleichzeitig möchte ich meine Werte etc. auch nicht aufgeben, aber genau das wäre der Preis, den ich zahlen müsste. Was meinen Körper angeht: Da habe ich die letzten Monate viel über mein Gewicht geschimpft. Und merke, wie dieses Makelsuchen auf meine Tochter überschwappt. Deshalb entscheide ich mich fürs Dankbarsein – und lade euch ein, mit einzustimmen ist Dankbarsein dafür, wie ihr gemacht seid: wunderbar und einzigartig! Lasst uns den Blick auf das lenken, was stärkt.

PS: Filmtipp – die Dokumentation „Embrace“ ist absolut sehenswert, wenn es um die Annahme des eigenen Körpers geht!

Pausen sind wichtig. Auf unseren Körper zu hören – auch wichtig! Wir alle wissen das … und geben es auch immer wieder gerne anderen mit auf den Weg. Nur mit der Umsetzung hapert es oft – vor allem bei einem selbst. Theorie und Praxis können nämlich manchmal eeeeeeeewig weit auseinander liegen! Um sie wieder zu vereinen, packe ich mich heute an der eigenen Nase und sorge für einen ungeplanten Ruhetag.

Was auch für mich erst mal Arbeit bedeutet: Drei Online-Coaching-Kunden müssen angeschrieben werden, um sie darüber zu informieren, dass ich erst am Montag dazu komme, ihnen zu antworten. Die für Montag geplanten ToDos müssen umverteilt werden. Manchmal habe ich darauf so wenig Lust, dass ich das mit der Ruhe sein lasse. Aber heute nicht. Heute investiere ich die Zeit zum Umplanen, um danach meinem Körper das zu geben, was er braucht: etwas Ruhe, Aufmerksamkeit, Liebe. Schließlich sorgt er dafür, dass ich tagtäglich alles gemeistert kriege. Da darf er auch mal Ruhe einfordern. Und ich darf sie ihm gönnen. Ohne schlechtes Gewissen. Meine Erfahrung ist nämlich, dass die meisten Menschen Verständnis haben, wenn man ihnen erklärt, warum man bestimmte Dinge erst etwas später erledigen kann. Kommunikation ist die halbe Miete, Mindestens! 🙂

Ich werde des Öfteren gefragt, wie es denn mit VORWÄRTSLEBEN so läuft und was ich da eigentlich genau mache. Weil mir diese Frage immer wieder gestellt wird, will ich sie hier beantworten – in kleinen Dosen.
 
Seminare-TermineWas mache ich also?
Zum einen gehe ich spazieren. Natürlich nicht allein, sondern mit meinen Klienten. Normalerweise drehen wir dann eine Runde um den Herrenteich. Aber ich bin natürlich auch für alternative Routen zu haben! 🙂
 
Warum und wann mache ich das?
Ich bin immer offen für Outdoor-Coachings, weil es sich gezeigt hat, dass es vielen Menschen leichter fällt, über die Dinge, die sie gerade umtreiben, zu reden, wenn sie sich bewegen. Das Gehen hilft auch bei der Verarbeitung und die Natur, die frische Luft, die tun gut. Außerdem kommen immer wieder Menschen zu mir, die über mangelnde Bewegung im Alltag klagen. Dafür sei oft einfach keine Zeit. Hier sehe ich in Geh-Sprächen die große Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Knapp 4 km gehen und gleichzeitig seine Gedanken sortieren, Perspektiven entwickeln – ich finde, das ist eine 1A-Kombi!
 
Geh-Spräche tun Körper und Seele gut. Wenn du das auch mal brauchen könntest, dann melde dich und wir vereinbaren einen Termin: www.vorwärtsleben.de

„Wenn du nicht genügend Sport machst, bist du ungenießbar!“ Diese Wahrheit muss ich mir gelegentlich anhören. Selbstverständlich dann, wenn ich nicht genügend Sport gemacht habe. Denn dann werde ich grummelig, unausgeglichen oder eben, wie mein Mann es so unverblümt ausdrückt, ungenießbar.
Wie viel oder wenig Bewegung ich brauche, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein ganz wichtiger ist der jeweilige Stresslevel. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen: Je mehr los ist, desto mehr Bewegung sollte ich mir gönnen. Wobei es gerade in Zeiten, in denen viel los ist, eine Herausforderung ist, sich genau diese Bewegungszeiten frei zu schaufeln. Hier ist es hilfreich, sich zumindest eine Grundportion Bewegung fest einzuplanen.
Bewegung kann aber auch schaden, das will ich nicht verschweigen. Beispielsweise dann, wenn Sport zu einer Droge, einer Ersatzbefriedigung und/oder zum einzigen Ventil wird, über das Stress abgebaut wird. Denn dann kommt manch einer schnell in den Bereich, in dem man dem Körper schadet, weil man zu viel und zu intensiv trainiert. Es ist hier wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein, sein Bewegungsverhalten zu hinterfragen und nach alternativen Möglichkeiten Ausschau zu halten, mit Stress umzugehen. Das bedeutet zum einen, neue Wege zu entdecken, um Stress abzubauen, zum anderen aber auch zu fragen, was den Stress verursacht und wie man das Problem an der Wurzel anpacken kann.

Du merkst, dass das dein Thema ist? Dann nimm gerne Kontakt mit mir auf! Gerne begleite ich dich auf deinem Weg.

Sport tut gut, das weiß eigentlich jeder. Die große Frage ist nur, warum es regelmäßig Schwierigkeiten gibt, wenn Wissen auf Alltag bzw. Theorie auf Praxis trifft. Ich vermute, dass es unter anderem daran liegt, dass wir uns keine SMARTen Ziele setzen. SMART steht für
S = spezifisch
M = messbar
A = attraktiv / anspruchsvoll / aktiv beeinflussbar
R = realistisch
T = terminiert
Und genau so sollten unsere Ziele sein, damit wir dran bleiben und sie erreichen.

Überleg mal:
Wie könnte dein SMARTes Bewegungs-Ziel lauten?

Schon seit Monaten hatte ich mich auf den 04. Juli gefreut. Ich hatte mich vorbereitet und war gewillt, Regen, Wind und Kälte zu trotzen. Kurzum: Ich war bereit für den Women’s Run in Hamburg!
Aber dann kam sie – und mit ihr hatte ich nicht gerechnet: die Hitze. 36 Grad im Schatten sollte es werden, der Lauf war für 15 Uhr angesetzt und kurz vorher sagte dann auch noch meine Laufpartnerin ab.
In mir tobte ein Kampf: ein Kampf zwischen Ehrgeiz und Vernunft. Ich hatte mich gefreut, trainiert, konnte es schaffen und ja, ich wollte es mir beweise, wollte nicht kneifen. Auf der anderen Seite wusste ich, dass 36 Grad kein Pappenstiel und 15 Uhr eine denkbar ungünstige Startzeit ist. Zudem würde ohne Laufpartnerin an meiner Seite mein Ehrgeiz ziemlich sicher die Oberhand gewinnen. Heißt konkret: Ich würde mein normales Tempo laufen, nicht runter drosseln – oder erst, wenn ich kurz vorm Kollabieren bin. Die Argumente flogen in meinem Kopf wie Tischtennisbälle hin und her. Ich wusste nicht, was ich tun soll.
Am Ende kam mir das mit dem „das eigene Spiel gewinnen“ in den Sinn. Und so erklärte ich genau das zu meinem vornehmlichen Ziel. Das Ende vom Lied war eine maßgeschneiderte Lösung, bei der ich meinem obersten Ziel („Ich werde gut für mich sorgen!“) treu geblieben bin und so mein Spiel gewonnen habe. Und das ohne meinen Ehrgeiz abzutöten! Ich lief gleich morgens früh, als es noch vergleichsweise kühl war, meine Runde. Dann fuhr ich nach Hamburg, um mir meine Belohnung abzuholen: das pinke Motto-Shirt, auf das ich es abgesehen hatte.
Am Ende des Tages war ich glücklich: Ich war mir selbst treu geblieben, bin nicht gestartet – und habe doch gesiegt.

Wir schauen gerne auf andere Menschen herab. Auf diejenigen, die es langsam angehen; die der Gesundheit zuliebe einen Liegestütz am Tag machen. „Das ist doch Kinderkram, das bringt doch nichts!“ denken wir, schütteln den Kopf und starten unser „richtiges“ Sportprogramm. Von 0 auf 100, das ist unser erklärtes Ziel.
Klar, wir sind seit Monaten (oder Jahren) nicht mehr laufen gewesen – aber so schwer kann das doch nicht sein. Wir beißen die Zähne zusammen bis es knirscht und laufen los. Nach fünf Minuten setzt dieses fiese Seitenstechen ein, das wir noch aus dem Schulsport kennen. Nach spätestens 10 Minuten gleichen unsere Beine dem Wackelpudding, den es am Tag zuvor zum Nachtisch gab. Das Herz scheint in unserer Brust zu explodieren. Aber wir sind ja keine „Ich mache einen Liegestütz am Tag“-Schwächlinge. Wir ziehen das mit dem 30 Minuten-Lauf durch. Knallhart und eisern. Zum Glück schießt uns just in diesem Moment ein Wort durch den Kopf: Stretching. Das ist wichtig, das weiß jedes Kind. So schwanken wir zum nächstbesten Baum und stemmen uns gegen ihn. Wenn Leute vorbei kommen, murmeln wir etwas von „noch mal ordentlich dehnen, bevor es weiter geht“. Stretching ist wichtig und schnell sind die nächsten 10 Minuten rum. Zeit also, um sich auf den Rückweg zu begeben. Langsam natürlich, das nennt man dann Auslaufen. Die letzten (hunderte) Meter wird dann noch mal ausgiebig im Gehen gedehnt. Auch das ist wichtig! Am Ende der 30 Minuten haben wir es uns selbst bewiesen: Wir sind toll!
Dass Dumme ist nur, dass solche von 0 auf 100-Sportler meist nicht lange durchhalten – und wenn, dann oft nur mit zusätzlich mit Heißkleber zusammen geklebten Zähnen. Freude an Bewegung ist etwas anderes.
Aber noch mal zurück zu dem Typ mit dem Liegestütz: Zugegeben, ein Liegestütz am Tag ist nicht viel. (Wobei viele von uns, wenn sie ehrlich sind, wahrscheinlich nicht mal einen korrekten Liegestütz hinkriegen.) Mal angenommen, die Person hätte sich ein weitaus größeres Ziel als diesen einen Liegestütz am Tag gesetzt. Ein Ziel, das er in viele kleine erreichbare Unterziele runter gebrochen hat. Wenn er beispielsweise eine Woche lang jeden Tag einen Liegestütz macht – und in der zweiten Woche dann jeden Tag zwei, in der dritten Woche drei etc.? Was wäre, wenn er jede Woche das Tagespensum um einen Liegestütz erhöht? Dann hätte er am Ende eines Jahres ordentlich Muskeln aufgebaut – und würde über 50 Liegestütz schaffen.
In diesem Sinne: Belächle nie die kleinen Anfänge!

Eine in vieler Hinsicht intensive Woche liegt hinter mir. Meine ToDo-Liste für heute war lang, aber ich ziemlich groggy und reif fürs Sofa. Keine gut Kombination! Den Garten wollte ich auf Vordermann bringen. Was sollen schießlich die Nachbarn (und Klienten) denken, wenn das Unkraut langsam aber sicher die Oberhand gewinnt? So fing ich an, im Garten zu wuseln. Irgendwie lustlos und oberflächlich. Wieso den Löwenzahn ausstechen? Den oberen Teil, der ihn enttarnt als solchen enttarnt, abzurupfen geht doch viel einfacher und vor allem schneller. Dann sieht alles auch gleich weniger verwildert aus. Aber dann musste ich an die Geschichte von Herrn Rech denken. Und an die Frage, welchen Preis ich zu zahlen bereit bin, um ein Lob (oder zumindest kein abfälliges Kopfschütteln) meiner Mitmenschen zu erhalten. Mir schwirrt der Satz “Wer einen Garten hat, muss sich auch drum kümmern!” im Kopf herum. Und ich denke mir, dass der Satz “Wer einen Körper hat, muss sich auch drum kümmern!” mindestens genauso wahr ist. In diesem Sinne entscheide ich mich heute, dem Unkraut noch ein paar Lebenstage zu schenken und den Staubmäusen unter dem Sofa eine letzte Chance einzuräumen, um von selbst zu verschwinden. Und ich? Ich gönne mir jetzt eine Runde Bewegung und danach eine große Tasse Milchkaffee. Und heute Abend Erholung auf dem Sofa mit allem, was so dazu gehört. In diesem Sinne: Euch allen ein super gutes Wochenende mit euch selbst gegenüber wohlwollenden Entscheidungen!