DANKBAR – mit diesem Wort lassen sich die vergangenen Tage gut zusammenfassen:
 
DANKBAR für ein wiedervereinigtes Deutschland und dafür, dass sich mein Freundeskreis aus so vielen ganz unterschiedlichen Menschen aus allen Ecken und Enden des Landes und darüber hinaus zusammen setzt.
 
DANKBAR für ein verlängertes Wochenende mit viel Zeit zum Lesen, für Familie und leckeres Essen.
 
DANKBAR für eine funktionierende Heizung sowie die Erfindung von Wolldecken und Wärmflaschen, für Herbstdeko und Kerzenschein.
 
DANKBAR für Menschen, die mir die ein oder andere Aufgabe abgenommen und obendrein noch leckeren Kräutertee gekocht haben, als ich nicht ganz fit war.
 
DANKBAR für den Mut, auch mal Termine zu verschieben – und das nicht nur, wenn es absolut gar nicht mehr geht, sondern auch, wenn es mir einfach gut tun würde. Und in diesem Zusammenhang DANKBAR für die Erfahrung, dass das in 99% der Fälle gar kein Problem ist.
 
DANKBAR für die Möglichkeit, heute noch mal vom Sofa aus arbeiten, und die Hoffnung, ab morgen wieder normal durchstarten zu können.
 
Dankbarkeit hat viel mit Entscheidung zu tun. Der Entscheidung, auf das Gute im Nichtoptimalen zu schauen. Klappt bei mir nicht immer, aber zum Glück immer öfter. In diesem Sinne: Eine gute Woche dir mit wachen Augen für das Gute!
An dieser Stelle möchte ich auf das Buch “Einzelstück – Solo leben. Und zwar glücklich” meiner lieben Ex-Studienkommilitonin sowie Ex-WG-Zimmernachbarin Tina Tschage hinweisen. Sie ist eine tolle Frau, die trotz Single-Status nicht einsam ist.
Hier ein Radio-Interview mit ihr:
http://www.radio-m.de/#view=2799

Der Alltag wird Alltag, wenn im Alltag nur Alltag gesehen wird.
– Thomas Holtbernd

Einen Monat lang gab es Ideen, wie man Dinge im Alltag anders machen kann als sonst. Nun seid ihr dran – wenn ihr wollt. Nehmt die Gedanken mit in den neuen Monat. Sorgt dafür, dass Alltag nicht gleichbedeutend mit öder Routine ist. Seid kreativ, brecht immer mal wieder aus, wagt Neues. Und dann gilt: Alles aber prüfet und das Gute behaltet!

Wer die Perspektive ändert, sieht die Dinge in einem ganz anderen Licht.
– Engelbert Schinkel

Das, was so mancher am häufigsten ins Visier nimmt, ist das eigene Ego: „Alle sind gemein zu MIR.“ „ICH scheine der Fußabtreter der Nation zu sein.“ „MEINE Gefühle sind wohl allen egal.“ „Mit MIR kann man es ja machen.“ Mag sein, dass es so ist – mag aber ebenso sein, dass es zumindest ab und an auch ganz anders ist.
Diese Woche geht es darum, sich in andere Menschen hinein zu versetzen – und zwar möglichst ohne Vorurteile. Wie geht es wohl …
* dem Kassierer an der Kasse, bei dem sieben Leute mit vollen Einkaufswagen in der Schlange stehen und sich halblaut beschweren?
* der Person, mit der du dich gerade verbal fetzt?
* dem Autofahrer, der hinter dir auf der Autobahn drängelt und kräftig auf die Lichthupe drückt?
* dem Nachbarn, der immer so freundlich grüßt?
* der stets besorgten Mutter, die ihr Kind auf dem Spielplatz nicht für eine Sekunde aus den Augen lässt?
* dem Kind, das ohne jegliches Zeitgefühl in die Welt seiner Bücherhelden versunken ist?
* der Person, die du als letztes gesehen hast?

Stress ist ein Radiergummi für meine Kreativität.
– Marina Zuber

Wenn wir im Stress sind, spulen wir das Standard-Programm ab: Wir kochen die gleichen Gerichte (falls wir überhaupt noch den Nerv haben, selbst zu kochen), gehen im immer im selben Laden einkaufen, laufen quasi im Auto-Pilot. In solchen Phasen ist meist wenig Platz für Neues. Auch nicht für einen Ausbruch aus dem Hamsterrad, beispielsweise in Form einer kleinen kreativen Auszeit, um Neues zu denken und so womöglich zu guten (neuen) Lösungsansätzen zu gelangen.
Dinge mal anders denken als normal – das wäre doch was. Hier ein paar Fragen zur Inspiration:
* Du steckst gedanklich fest? Bitte mindestens zwei weitere Personen, ihr ihre Perspektive auf die Situation zu erzählen.
* Genervt von einer Situation? Dann versuch mal, die gute Absicht hinter dem missglückten Ergebnis zu entdecken.
* Du ziehst dich gerade selbst mit abwertenden Kommentaren à la „Ich bin doof, hässlich …“ runter? Dann nimm dir 10 Minuten Zeit, um eine Liste der Dinge zu erstellen, auf die andere Menschen bei dir neidisch sein könnten.
* Alles hat sowieso keinen Zweck? Dann ist es Zeit für 5 Minuten unzensiert positive Zukunftsträumerei! Was siehst und fühlst du?
*Es ist nun mal so, wie es ist … Mag sein, aber stell dir doch mal vor, es wäre anders. Wie wäre es dann?
* Das Leben ist schwer? Spür mal in dich rein, wie es sich anfühlt, das Leben als Weg zu betrachten, bei dem es verschiedene Abschnitte gibt …
* Alle Welt ist gemein zu dir? Versuch mal, die Situation von einer Metaebene zu betrachten. Stimmt die Aussage in dieser Absolutheit? Und wie sieht es mit diesem „Aktion bewirkt Reaktion“-Mechanismus aus? Was kam womöglich vor der Gemeinheit – und was folgt auf sie?

Schon seit Monaten hatte ich mich auf den 04. Juli gefreut. Ich hatte mich vorbereitet und war gewillt, Regen, Wind und Kälte zu trotzen. Kurzum: Ich war bereit für den Women’s Run in Hamburg!
Aber dann kam sie – und mit ihr hatte ich nicht gerechnet: die Hitze. 36 Grad im Schatten sollte es werden, der Lauf war für 15 Uhr angesetzt und kurz vorher sagte dann auch noch meine Laufpartnerin ab.
In mir tobte ein Kampf: ein Kampf zwischen Ehrgeiz und Vernunft. Ich hatte mich gefreut, trainiert, konnte es schaffen und ja, ich wollte es mir beweise, wollte nicht kneifen. Auf der anderen Seite wusste ich, dass 36 Grad kein Pappenstiel und 15 Uhr eine denkbar ungünstige Startzeit ist. Zudem würde ohne Laufpartnerin an meiner Seite mein Ehrgeiz ziemlich sicher die Oberhand gewinnen. Heißt konkret: Ich würde mein normales Tempo laufen, nicht runter drosseln – oder erst, wenn ich kurz vorm Kollabieren bin. Die Argumente flogen in meinem Kopf wie Tischtennisbälle hin und her. Ich wusste nicht, was ich tun soll.
Am Ende kam mir das mit dem „das eigene Spiel gewinnen“ in den Sinn. Und so erklärte ich genau das zu meinem vornehmlichen Ziel. Das Ende vom Lied war eine maßgeschneiderte Lösung, bei der ich meinem obersten Ziel („Ich werde gut für mich sorgen!“) treu geblieben bin und so mein Spiel gewonnen habe. Und das ohne meinen Ehrgeiz abzutöten! Ich lief gleich morgens früh, als es noch vergleichsweise kühl war, meine Runde. Dann fuhr ich nach Hamburg, um mir meine Belohnung abzuholen: das pinke Motto-Shirt, auf das ich es abgesehen hatte.
Am Ende des Tages war ich glücklich: Ich war mir selbst treu geblieben, bin nicht gestartet – und habe doch gesiegt.

Ein Freund erzählte mir vor einiger Zeit die Geschichte eines Sportlers, der gegen seinen deutlich schlechteren Gegner verlor. Auf die Frage der Reporter, wie es sich anfühlt, gegen jemanden zu verlieren, der in der Rangliste weit unter einem steht, antwortete er sinngemäß: „Ich habe das Spiel gegen meinen Gegner verloren, aber mein eigenes Spiel gewonnen. Und das ist es, was zählt.“
Sein eigenes Spiel gewinnen: Für ihn bedeutete es, genau das umzusetzen, was er vorab mit seinem Trainer vereinbart hatte. Er hat alles richtig gemacht, auch wenn das nicht mit einem Turniersieg belohnt worden war. Trotzdem fühlte er sich als Sieger.
Für jeden von uns bedeutet es etwas anderes, das eigene Spiel zu gewinnen. Das Ziel ist es dann nicht mehr, um jeden Preis zu gewinnen, sondern sich selbst Regeln zu geben, Ziele zu setzen und ihnen treu zu bleiben. Beispielsweise gut für sich zu sorgen, was beinhaltet, Prioritäten zu setzen, die nicht immer allen gefallen.
Was könnte es für dich bedeuten, dein eigenes Spiel zu gewinnen?