Nur noch wenige Tage bis zu den Weihnachtsferien. Ich könnte noch zwei Schreibprojekte angehen, werde es aber nicht machen. Die Deadline ist erst im Januar und so nehme ich mir die Freiheit, die nächsten Tage zu nutzen, um das Jahr zu einem guten Abschluss zu bringen: Unterlagen sortieren, ein wenig im Büro wirbeln und für Ordnung sorgen, Rückblick auf die zurück liegenden 12 Monate halten und Pläne für die kommenden Monate schmieden.
Ich bin dankbar, dass ich es so einrichten kann. Und wünsche euch, dass ihr diese Woche auch immer mal wieder kurz (oder auch länger!) die Möglichkeit habt, durchzuatmen, euch zu sortieren oder was auch immer gerade dran ist und euch gut tut.
Es gibt ein provokatives Statement von Jens Corssen, den ich sehr regelmäßig zitiere: “Wo ich bin, will ich sein.” Gut, ich würde das nicht absolut setzen – und doch steckt da viel mehr Wahrheit drin als man auf den ersten Blick vielleicht meint. Im Kern geht es Corssen darum, dass wir (fast) immer eine Wahl haben. “Ich würde ja so gerne …, aber das geht ja nicht.”
Hinter solche Aussagen mache ich gerne erst mal ein gedankliches Fragezeichen, sowohl bei bei meinen Mitmenschen als auch bei mir selber (so ich mich denn dabei ertappe … das geht ja bei anderen oft leichter). Denn oft stimmt die Aussage nicht. Richtiger wäre es zu sagen: “Ich würde ja so gerne …, aber es gibt Dinge, die mir gerade wichtiger sind.” Ich glaube, es ist Corssen, der in seinem Buch von einem Mann erzählt, der gerne auswandern würde. “… aber das geht ja nicht …” Nach dem Warum gefragt, antwortet der Mann, dass er sich um seine alten Eltern kümmern muss, dass er die Sprache des Landes nicht kann, das Gesundheitssystem dort auch nicht so berauschend sei und außerdem sei die Frage, ob er dort überhaupt eine Arbeit findet.
P1160897Natürlich sind das Argumente – gute Argumente sogar. Nur wäre es nicht sinnvoll zu sagen, dass der Mann mehr Gründe gefunden hat, nicht auszuwandern als auszuwandern? Dass das alte Leben zwar nicht so aufregend, aber dennoch attraktiver ist, da sicherer, bequemer etc.? Denn das sorgt dafür, dass man aus dieser Ohnmachtshaltung (“Es geht ja nicht!”) raus kommt und rein in die Eigenmacht, handlungsfähig wird, weil man selbst es ist, der entscheidet.
Vielleicht ja mal eine Idee fürs bevorstehende Wochenende: sich fragen, ob etwas wirklich nicht geht oder es einfach Dinge gibt, die wichtiger/stärker/attraktiver sind. Und von da aus zu gucken, ob man Frieden damit hat, dass es so ist, wie es ist, oder ob man daran etwas ändern möchte.
 
PS: Falls du dir Unterstützung wünschst, melde dich. Dank Internet und Telefon sind Dinge wie räumliche Entfernung ja zum Glück kein Hindernis! 🙂

CM_Practitioner_NicoleSturmNach 5 Monaten und 200 Stunden ist es soweit: Endlich halte ich mein Zertifikat als Creative Mindfulness Practitioner in Händen – und freu mich riesig! Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Reise antreten durfte. Und freu mich, dass es nächste Woche gleich mit einer zweiten Reise weitergeht: der zum Creative Mindfulness Coach. Diesen Meilenstein feiere ich jetzt … mit einer großen Kanne Tee und einer Planänderung: Statt des Schreibauftrags, an dem ich heute arbeiten wollte, gönne ich mir einen Lesevormittag mit einem super inspirierenden Fachbuch. 🙂

2014_7_28_wohltatenNeben guten Auszeit-Ideen und den Kontaktdaten positiver Menschen kann eine Notfallbox noch ganz andere Dinge enthalten. Handfestes. Kleinigkeiten, die einem gut tun: ein pflegender Badezusatz *** der Lieblingstee *** eine CD mit Liedern, die der Seele gut tun *** Duftkerzen *** Fotos von lieben Menschen und erinnerungswürdigen Momenten *** positive Leitsätze *** inspirierende Texte *** etwas zum Kuscheln …
Auch im 0815-Alltag kann man sich durch Kleinigkeiten Gutes tun. Beispielsweise indem man achtsam durch den Tag geht und versucht, bewusst wahrzunehmen, was einem wann gut tut, in welchen Situationen man sich wohl fühlt etc. Wie fühle ich mich, wenn ich ein Kleid/einen Anzug trage, wie in Lieblingsjeans und Schlabberpulli? Welches Essen/Trinken tut mir gut? An welchen Orten kann ich tief durchatmen?
Bewährt haben sich auch Fragen als Teil der Notfallbox. Fragen, die hinterfragen: Muss ich das wirklich tun? Gibt es Alternativen? Wer oder was treibt mich an? Was sagt mein Körper, mein Kopf, mein Herz zu dieser Situation?

Mach mal:
Gehe achtsam durch diese Woche und nimm wahr, was dir gut tut. Sorge dafür, dass du in deiner Notfallbox immer ein paar dieser Alltagswohltaten griffbereit hast. Plane es ein, dir täglich Gutes zu tun – denn du bist es wert!

PS:
WORTBEWEGER bietet neben Coachings vor Ort sowie der Möglichkeit eines Fragen-Coachings per E-Mail auch Seminare zum Thema an. Weitere Infos auf Anfrage (kontakt@wortbeweger.de).

6-7Anfang des Jahres habe ich mich mit Papier, Stift sowie mehreren Tassen Milchkaffee bewaffnet in einer Bäckerei verschanzt und mir eine Traumzeit gegönnt. Bäckerei deshalb, weil ich daheim zu abgelenkt gewesen wäre. Gegönnt deshalb, weil ich mir diese Stunden freischaufeln musste. An diesem Tag habe ich bewusst geträumt – und zwar von meinem ganz persönlichen „perfekten Alltag“: Mit welchen Menschen würde ich ihn verbringen? // Wann würde mein Tag beginnen, wann enden? // Wie würde ich ihn gestalten? // Wo würde ich leben? // Was würde ich arbeiten?

Träumereien können Augenöffner sein. Allzu oft führen sie einem Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen vor Augen, die man im Alltagstrubel aus dem Blick verloren hat. Träumereien können ernüchternd sein, wenn man feststellt, dass es eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit gibt. Gleichzeitig können sie aber auch motivieren, Änderungen im Jetzt vorzunehmen – damit sich das Leben mehr und mehr in die gewünschte Richtung bewegt.

Das Leben eines Menschen spiegelt seine Prioritäten wieder. Diese sind nicht immer so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Nehmen wir Herrn P.: Herr P. wünscht sich, viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Die Realität sieht jedoch so aus, dass Herr P. Woche für Woche Überstunden macht, um Projekte für seinen Chef fertigzustellen. Was ist nun seine Priorität: seine Familie oder die Arbeit? Spontan würde man wohl sagen, dass seine Priorität die Familie ist, der Chef ihn jedoch zu Überstunden zwingt. Aber könnte es nicht auch sein, dass es für Herrn P. wichtiger ist, eine Konfrontation mit seinem Chef zu vermeiden und so die Harmonie zu wahren? Und dass er aus diesem Grund bereit ist, in den sauren Apfel zu beißen: Überstunden statt Familienzeit? Könnte es sein, dass hier eine bewusste Priorität (Familie) durch eine unbewusste (Konfliktvermeidung) ausgehebelt wird?

Fakt ist: Wenn die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit sehr groß ist, lohnt es sich, Möglichkeiten auszuloten, dies zu ändern. Oder aber eine neue, positivere Sicht der momentanen Lage zu gewinnen. Das Ziel muss sein, einen „stimmigen“ Alltag anzustreben, in dem sich äußere Anforderungen und innere Bedürfnisse in größtmöglichem Maße die Waage halten.

Teste mal:
Wie sieht dein ganz persönlicher „perfekter Alltag“ aus? Wie groß oder klein ist die Überschneidung mit dem Jetzt?

Nächste Woche:
Träume runterbrechen