„Wenn du nicht genügend Sport machst, bist du ungenießbar!“ Diese Wahrheit muss ich mir gelegentlich anhören. Selbstverständlich dann, wenn ich nicht genügend Sport gemacht habe. Denn dann werde ich grummelig, unausgeglichen oder eben, wie mein Mann es so unverblümt ausdrückt, ungenießbar.
Wie viel oder wenig Bewegung ich brauche, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein ganz wichtiger ist der jeweilige Stresslevel. Auf den Punkt gebracht könnte man sagen: Je mehr los ist, desto mehr Bewegung sollte ich mir gönnen. Wobei es gerade in Zeiten, in denen viel los ist, eine Herausforderung ist, sich genau diese Bewegungszeiten frei zu schaufeln. Hier ist es hilfreich, sich zumindest eine Grundportion Bewegung fest einzuplanen.
Bewegung kann aber auch schaden, das will ich nicht verschweigen. Beispielsweise dann, wenn Sport zu einer Droge, einer Ersatzbefriedigung und/oder zum einzigen Ventil wird, über das Stress abgebaut wird. Denn dann kommt manch einer schnell in den Bereich, in dem man dem Körper schadet, weil man zu viel und zu intensiv trainiert. Es ist hier wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein, sein Bewegungsverhalten zu hinterfragen und nach alternativen Möglichkeiten Ausschau zu halten, mit Stress umzugehen. Das bedeutet zum einen, neue Wege zu entdecken, um Stress abzubauen, zum anderen aber auch zu fragen, was den Stress verursacht und wie man das Problem an der Wurzel anpacken kann.

Du merkst, dass das dein Thema ist? Dann nimm gerne Kontakt mit mir auf! Gerne begleite ich dich auf deinem Weg.

Sport tut gut, das weiß eigentlich jeder. Die große Frage ist nur, warum es regelmäßig Schwierigkeiten gibt, wenn Wissen auf Alltag bzw. Theorie auf Praxis trifft. Ich vermute, dass es unter anderem daran liegt, dass wir uns keine SMARTen Ziele setzen. SMART steht für
S = spezifisch
M = messbar
A = attraktiv / anspruchsvoll / aktiv beeinflussbar
R = realistisch
T = terminiert
Und genau so sollten unsere Ziele sein, damit wir dran bleiben und sie erreichen.

Überleg mal:
Wie könnte dein SMARTes Bewegungs-Ziel lauten?

Wir schauen gerne auf andere Menschen herab. Auf diejenigen, die es langsam angehen; die der Gesundheit zuliebe einen Liegestütz am Tag machen. „Das ist doch Kinderkram, das bringt doch nichts!“ denken wir, schütteln den Kopf und starten unser „richtiges“ Sportprogramm. Von 0 auf 100, das ist unser erklärtes Ziel.
Klar, wir sind seit Monaten (oder Jahren) nicht mehr laufen gewesen – aber so schwer kann das doch nicht sein. Wir beißen die Zähne zusammen bis es knirscht und laufen los. Nach fünf Minuten setzt dieses fiese Seitenstechen ein, das wir noch aus dem Schulsport kennen. Nach spätestens 10 Minuten gleichen unsere Beine dem Wackelpudding, den es am Tag zuvor zum Nachtisch gab. Das Herz scheint in unserer Brust zu explodieren. Aber wir sind ja keine „Ich mache einen Liegestütz am Tag“-Schwächlinge. Wir ziehen das mit dem 30 Minuten-Lauf durch. Knallhart und eisern. Zum Glück schießt uns just in diesem Moment ein Wort durch den Kopf: Stretching. Das ist wichtig, das weiß jedes Kind. So schwanken wir zum nächstbesten Baum und stemmen uns gegen ihn. Wenn Leute vorbei kommen, murmeln wir etwas von „noch mal ordentlich dehnen, bevor es weiter geht“. Stretching ist wichtig und schnell sind die nächsten 10 Minuten rum. Zeit also, um sich auf den Rückweg zu begeben. Langsam natürlich, das nennt man dann Auslaufen. Die letzten (hunderte) Meter wird dann noch mal ausgiebig im Gehen gedehnt. Auch das ist wichtig! Am Ende der 30 Minuten haben wir es uns selbst bewiesen: Wir sind toll!
Dass Dumme ist nur, dass solche von 0 auf 100-Sportler meist nicht lange durchhalten – und wenn, dann oft nur mit zusätzlich mit Heißkleber zusammen geklebten Zähnen. Freude an Bewegung ist etwas anderes.
Aber noch mal zurück zu dem Typ mit dem Liegestütz: Zugegeben, ein Liegestütz am Tag ist nicht viel. (Wobei viele von uns, wenn sie ehrlich sind, wahrscheinlich nicht mal einen korrekten Liegestütz hinkriegen.) Mal angenommen, die Person hätte sich ein weitaus größeres Ziel als diesen einen Liegestütz am Tag gesetzt. Ein Ziel, das er in viele kleine erreichbare Unterziele runter gebrochen hat. Wenn er beispielsweise eine Woche lang jeden Tag einen Liegestütz macht – und in der zweiten Woche dann jeden Tag zwei, in der dritten Woche drei etc.? Was wäre, wenn er jede Woche das Tagespensum um einen Liegestütz erhöht? Dann hätte er am Ende eines Jahres ordentlich Muskeln aufgebaut – und würde über 50 Liegestütz schaffen.
In diesem Sinne: Belächle nie die kleinen Anfänge!