Worte sind wie Federn, die vom Wind fortgetragen werden:
Sie sind nie wieder einzufangen!

Worte kann man nicht wieder einfangen. Dummerweise gehen sie uns oft schneller über die Lippen, als uns im Nachhinein lieb ist. Wie schnell machen wir mit einem abwertenden Kommentar jemanden klein – oft auch Menschen, die wir eigentlich sehr schätzen. Später entschuldigen wir uns, versuchen uns dadurch emotional von diesem Fauxpas zu entlasten; betonen, dass es nicht so gemeint war, dass die Person es doch bitte nicht so ernst nehmen soll. Nur leider heben diese Bitten das Feder-Prinzip nicht auf: Die Worte sind gesprochen, sie bleiben hängen, sie prägen: Beziehungen, das Selbstbild, das Leben.

ueberVL-1024x1024Beobachte dich in den nächsten Tagen doch einmal selbst: Sind deine Worte wohl überlegt oder im Eifer des Gefechts gesprochen? Ermutigend oder zerstörend?
Einmal ausgesprochene Worte kann man nicht zurücknehmen. Man kann aber lernen, immer mehr Zerstörer-Worte zurück zu halten und stattdessen zum WortBeweger zu werden: Zu einem Menschen, der andere durch seine Worte positiv bewegt. Bist du dabei?

Als Kind habe ich gerne Dr. Brinkmann & Co. beim Dienst in der Schwarzwaldklinik zugeschaut. Es war klar: Egal wie verzwickt der Fall auch sein mochte, am Ende wendete sich alles stets zum Guten. Die Patienten wurden als geheilt entlassen. Und sollte das ausnahmsweise einmal nicht der Fall sein, dann ging es ihnen zumindest psychisch gut: Sie wurden von den Ärzten und Pflegern wahrgenommen, getröstet, aufgerichtet und konnten so mit neuer Perspektive und ganz viel Mut die Klinik verlassen.
Als eine Bekannte mir kürzlich gestand, dass sie gerne den Bergdoktor sieht, musste ich innerlich (und womöglich sogar äußerlich) grinsen. „Du schaust solche Heile-Welt-Filme?“ Ich war erst einmal überrascht – das hatte ich von dieser gestandenen Powerfrau gar nicht erwartet. Auf der anderen Seite tun solche Formate einfach gut. Man identifiziert sich mit den Patienten und erlebt Sicherheit, Geborgenheit. Das tut unserer Seele gut. Punkt.
Die Realität sieht leider oft anders aus. Ich selbst habe sie wiederholt live erlebt: engagierte Pflegekräfte ebenso wie ermüdete, die nicht mehr und im Idealfall auch nicht weniger als Dienst nach Vorschrift machen; Ärzte, die genau hingucken, nachfragen, da sind, aber auch diejenigen, die einen wie eine Nummer behandeln. Letztere bleiben einem leider meist weitaus länger in Erinnerung.
Ich bin mir voll und ganz der Tatsache bewusst, dass wir in keiner perfekten heilen Welt leben. Eine Realität, die ich am liebsten ausblenden würde, aber nicht kann. Denn ich begegne ihr tagtäglich aufs Neue – und bin selbst Teil davon. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – will ich mein Bestes tun, ein bisschen „Schwarzwaldklinik“ in diese Welt zu tragen. Mein ganz persönlicher Traum? In ein paar Jahren in Arztpraxen und Kliniken Workshops zum Thema „Umgang mit Patienten“ anzubieten. Jeder einzelne Mitarbeiter, ganz gleich ob Reinigungskraft oder Chefarzt, kann einen Beitrag dazu leisten, dass es den Patienten besser geht. Ich möchte sie auf ihre Möglichkeiten hinweisen, aber auch davon erzählen, welche Folgen es haben kann, den Blick für den Einzelnen zu verlieren. Ich habe mittlerweile zu viele Geschichten von Menschen gehört, die Arztpraxen und Kliniken traumatisiert verlassen haben. Das muss ein Ende haben – oder zumindest weniger werden. Das ist mein ganz persönlicher, ganz riesengroßer Wunsch!

Erinnere dich:
Wo hast du es erlebt, dass jemand dich und deine Situation wahrgenommen hat?
Was hat das mit dir gemacht?

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Worte eine enorme Macht besitzen: Das, was du in Büchern und Zeitungen liest, formt dein Verständnis der Welt. Man denke nur an den ach so gesunden und daher unbedingt häufig zu verzehrenden Spinat … (Mehr zum Wahrheitsgehalt dieser Legende findest du übrigens gegen Ende des folgenden Artikels: http://de.wikipedia.org/wiki/Spinat.) Das, was andere Menschen über dich sagen, formt deine Sicht auf dich als Person, deine Möglichkeiten und Grenzen, auf das, was du darfst oder eben auch nicht. Worte bewegen, sie haben Macht: Macht aufzurichten, Kraft zu spenden oder aber runterzudrücken und dich mut- und perspektivlos zurückzulassen.
2014-12-08_worteIch persönlich liebe Worte. Ich spiele gerne mit ihnen und bin bemüht, sie positiv zu nutzen. Aus diesem Anliegen heraus ist vor einem guten Jahr die Arbeit von WORTBEWEGER.de entstanden. Hinter WORTBEWEGER steckt der Wunsch, gute Worte in die Welt zu rufen und wo immer möglich negative durch positive zu ersetzen.
Alles fing an mit einem Traum. Es hat Mut gekostet, ihn zu leben – und tut es noch immer. Quatschis in meinem Kopf buhlen um Aufmerksamkeit, Grenzen wollen mir einreden, dass sie das Ende markieren statt des Übergangs zu Neuland. Vor einem Jahr bin ich die ersten Schritte gegangen. Und habe mich entschieden, weiterzugehen!

worte
kombinierte buchstaben
sie erzählen geschichten
unterschätze nie ihre macht
bewegen