Vor einigen Wochen hatte ich angekündigt, in unregelmäßigen Abständen Bücher vorzustellen, die mir gefallen. Heute ist es das Buch „Schön ohne Aber“ (SCM Hänssler Verlag, Hrsg. Eva-Maria Admiral und Annette Friese). In ihm berichten weit über zwanzig Männer und Frauen über ihre Erfahrungen mit dem Thema Body Shaming. Hierbei geht es um die Erfahrung, aufgrund seines Äußeren abgewertet zu werden. Oftmals sind es kleine verbale Spitzen, die sich wie Giftpfeile in die Seele bohren und Menschen dazu veranlassen, sich selbst in einem unglaublich negativen Licht zu sehen.

Ob wir es uns eingestehen wollen oder nicht: Die Meinung anderer über uns lässt uns nicht kalt. Deshalb setzen wir alles daran, damit das Urteil unserer Mitmenschen in Zukunft positiv(er) ausfällt. Erschreckend ist, welche Folgen diese Suche nach dem Ja des anderen zu mir haben kann. Gemeint sind hier nicht nur Essstörungen, sondern auch die Tatsache, dass ein einfach so gedankenlos dahingesagter Satz jahrzehntelang das Selbstbild eines Menschen prägen kann.

Gefallen hat mir an dem Buch, dass es ehrlich ist: Der Glaube an einen Gott, der jeden Menschen wunderbar geschaffen hat, bewahrt nicht automatisch davor, das in Bezug auf die eigene Person anzuzweifeln. Die Geschichten setzen sich wie bunte Mosaikteilchen zu einem Gesamtbild zusammen. Beim Lesen konnte ich viele Gedanken aufschnappen und ihnen nachspüren. Das tat gut. Manche Autoren haben mir wirklich aus der Seele gesprochen, andere weniger, aber das ist total in Ordnung, denn ich bin mir sicher, dass es jemand anderem beim Lesen genau andersherum ergeht. Es ist ja gerade die Mischung aus ganz verschiedenen Erfahrungen und Sichtweisen, die das Buch ausmacht.

Lesenswert für alle, die mit ihrem Körper hadern, aber natürlich auch für die wenigen Glücklichen, die das noch nie getan haben, aber neugierig sind, wie es dem Rest der Bevölkerung zeitweise so geht. 😉

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